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Claude Memory und Projekte: wie Claude sich dein Business merkt

daniel.walter
Daniel Walter · Co-Founder KI.ohne.Team
08. September 2026 · 22 min Lesezeit
Teil des GuidesClaude auf DeutschZum Guide →Claude Memory und Projekte: wie Claude sich dein Business merkt

Claude Memory ist das Gedächtnis von Claude: Es speichert Kontext aus deinen Chats als einzelne Themen, damit du nicht in jedem neuen Gespräch wieder erklärst, was du machst, für wen und wie du arbeitest. Gespeichert werden laut Anthropic-Hilfe deine Rolle, deine Projekte, dein beruflicher Kontext, Personen, mit denen du zu tun hast, dein Kommunikationsstil und deine technischen Vorlieben (Stand: 8. September 2026). Das ist etwas anderes als ein Projekt, etwas anderes als Custom Instructions und etwas anderes als eine CLAUDE.md, und genau diese 4 Dinge werden gerade überall durcheinandergeworfen. Wir arbeiten beide täglich in Claude Code und Claude Cowork und haben unser komplettes Wissens-System darauf gestellt, also zeigen wir hier, welcher Speicher wofür da ist und wie du ihn an einem Vormittag einrichtest.

// Das Wichtigste in Kürze

  • Memory speichert Kontext als einzelne Themen: Rolle, Projekte, beruflicher Kontext, Personen, Kommunikationsstil, technische Vorlieben. Keine wörtlichen Gesprächsprotokolle.
  • Jedes Projekt hat seinen eigenen Memory-Raum plus eine Projekt-Zusammenfassung. Daneben gibt es ein globales Memory für alles außerhalb von Projekten.
  • In Free, Pro und Max ist Memory standardmäßig an. In Team und Enterprise ist es standardmäßig aus, der Owner schaltet es frei.
  • Unter Settings, Memory findest du drei Schalter: aktiv lassen, "Pause Memory" für eine Weile, "Reset Memory" löscht alles endgültig.
  • Sensible Themen wie Gesundheit oder Religion werden standardmäßig nicht gespeichert, Ausweisdaten und Kontonummern nie. Incognito-Chats mit dem Geist-Symbol landen in keinem Plan im Memory.
  • Memory synchronisiert zwischen Chat und Cowork, wenn Cowork in der Cloud läuft.

Was ist Claude Memory?

Claude Memory ist eine Funktion, die Kontext aus deinen Unterhaltungen als einzelne Themen ablegt und in späteren Chats wieder heranzieht. Anthropic beschreibt das in der eigenen Hilfe unter "Using memory and personalization with Claude" (abgerufen am 22. September 2026, Artikel-Stand: 8. September 2026).

Wichtig ist der Unterschied zwischen Themen und Zusammenfassungen. Claude legt kein Protokoll deiner Gespräche an, aus dem später zitiert wird. Claude legt Einträge an, die eine Sache festhalten: dass du selbstständig bist, dass du ein Angebot für Steuerberater vorbereitest, dass du kurze Antworten ohne Aufzählungen willst. Beim nächsten Chat sind diese Einträge da, und du fängst nicht bei null an.

Im Alltag merkt man das am deutlichsten daran, was wegfällt. Vor Memory bestand der Anfang jedes zweiten Chats aus derselben halben Seite: wer wir sind, was KI.ohne.Team ist, dass wir duzen, dass keine Gedankenstriche in den Text sollen, wie unsere Kunden ticken. Das war jedes Mal die gleiche Tipparbeit, und wenn man eine Zeile vergessen hat, kam ein Text zurück, der nach Agentur-Website klang. Mit Memory steht dieser Grundstock einmal fest.

Was Memory nicht ist: ein Ersatz für Dateien. Ein Angebotstext, eine Preisliste oder die Voice-Regeln einer Marke gehören in ein Projekt oder in eine Datei, weil du sie dort gezielt änderst. Memory ist der lose Kontext, der beim Arbeiten anfällt, und der wächst mit, ohne dass du ihn pflegst.

Welche Themen sich Claude merkt

Claude merkt sich 6 Arten von Themen: deine Rolle, deine Projekte, deinen beruflichen Kontext, Personen, deinen Kommunikationsstil und deine technischen Vorlieben. Diese Aufteilung kommt aus der Anthropic-Hilfe, und sie ist praktischer, als sie zunächst klingt, weil sie dir sagt, was du am Anfang füttern solltest.

Die Rolle ist der Satz, mit dem du dich vorstellen würdest: Selbstständiger Berater, Agenturinhaberin, Zahnärztin mit eigener Praxis. Projekte sind die Vorhaben, an denen du gerade arbeitest, also die Website, die Ende Oktober live geht, oder die Newsletter-Reihe. Beruflicher Kontext ist alles drumherum: die Branche, die Größe, die Kunden, das Angebot. Personen sind die Namen, die bei dir regelmäßig vorkommen, etwa ein Geschäftspartner oder eine feste Freiberuflerin. Der Kommunikationsstil ist die Art, wie du Texte haben willst. Technische Vorlieben sind die Werkzeuge, mit denen du arbeitest.

Bei uns steht in diesen 6 Feldern ungefähr das: zwei Unternehmer ohne Angestellte, die mehrere Firmen parallel führen, ein Wissens-System in Obsidian, Claude Code und Cowork als Arbeitsumgebung, du-Form, keine Gedankenstriche, keine Marketingfloskeln, Sascha als zweiter Kopf bei allem, was KI.ohne.Team betrifft. Das sind 5 Zeilen, und sie sparen in jedem Chat eine Minute Erklärung.

Claude Memory speichert 6 Arten von Themen, keine Gesprächsprotokolle 6 Karten in 2 Reihen mit den Themen Rolle, Projekte, Beruflicher Kontext, Personen, Kommunikationsstil und Technische Vorlieben. Die erste Karte ist gelb hervorgehoben. // CLAUDE MEMORY Das merkt sich Claude über dich Rolle Was du machst und für wen Projekte Woran du gerade arbeitest Kontext Branche, Angebot, Kundenkreis Personen Namen, die bei dir oft vorkommen Stil Wie deine Texte klingen sollen Werkzeuge Womit du täglich arbeitest Quelle: support.claude.com, Using memory and personalization with Claude, Stand 8. September 2026

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Die 6 Karten sagen in einem Satz: Claude speichert, wer du bist, woran du arbeitest, mit wem, wie du klingen willst und womit du arbeitest, und daraus setzt sich der Kontext zusammen, den du sonst jedes Mal tippst.

Memory im Projekt und Memory außerhalb: zwei getrennte Räume

Jedes Projekt hat seinen eigenen Memory-Raum plus eine eigene Projekt-Zusammenfassung, und daneben läuft ein globales Memory für alle Chats außerhalb von Projekten. Diese Trennung ist der Punkt, an dem die meisten Anleitungen im Netz aufhören, und sie ist der wichtigste Teil.

Was das im Alltag bedeutet: Wenn du in einem Projekt für einen Kunden arbeitest, sammelt Claude den Kontext dieses Kunden in diesem Projekt. Er läuft nicht in dein globales Memory über und taucht nicht auf, wenn du am nächsten Tag in einem anderen Projekt für einen anderen Kunden schreibst. Deshalb lohnt sich ein eigenes Projekt pro Kunde und pro größerem Vorhaben, statt alles in einem Chat-Strang laufen zu lassen.

Die Projekt-Zusammenfassung ist die Kurzform dessen, worum es in dem Projekt geht. Claude zieht sie heran, wenn du einen neuen Chat im Projekt startest. Bei uns ist das pro Kunde ein Absatz: Branche, Angebot, Zielgruppe, welche Wörter in der Copy nichts zu suchen haben.

Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Wir betreuen ein Mandat aus der Zahnmedizin und parallel ein Immobilien-Mandat. Beide haben eigene Sprachregeln, eigene Zielgruppen und eigene Verbote. Ohne getrennte Projekte wandert die Formulierung aus dem einen Mandat ins andere, und das merkt man erst, wenn der Kunde es liest. Mit getrennten Projekten bleibt jeder Kontext dort, wo er hingehört.

// Aus der Community

Im Newsletter zeigen wir jede Woche eine Sache, die wir mit Claude abgeben statt sie selbst zu machen, inklusive Ablauf und Prompt zum Übernehmen.

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In welchen Plänen Memory an ist

In Free, Pro und Max ist Memory standardmäßig eingeschaltet. In Team und Enterprise ist es standardmäßig ausgeschaltet, und der Owner der Organisation schaltet es frei.

PlanMemory ab WerkWer schaltet es um
Freeandu selbst in den Einstellungen
Proandu selbst in den Einstellungen
Maxandu selbst in den Einstellungen
Teamausder Owner der Organisation
Enterpriseausder Owner der Organisation

Die Tabelle sagt in einem Satz: Wer allein arbeitet, hat Memory schon an und muss es nur füttern, wer im Team arbeitet, braucht zuerst eine Entscheidung des Owners.

Diese Voreinstellung ist kein Zufall. In einem Unternehmenskonto arbeiten mehrere Leute mit unterschiedlichen Rollen, und ein Gedächtnis, das mitschreibt, will vorher besprochen sein. Wenn du im Team-Plan bist und Memory vermisst, liegt es fast immer daran und nicht an einem Fehler. Was der Team-Plan sonst kann und was er kostet, steht im Artikel zum Claude Team-Plan.

Wo du Memory an-, ausschaltest und zurücksetzt

Memory steuerst du in den Einstellungen unter Settings, Memory, und dort gibt es 3 Zustände: aktiv, pausiert und zurückgesetzt. Mehr Schalter brauchst du nicht.

Aktiv ist der Normalzustand. Claude legt neue Themen an, während du arbeitest, und zieht bestehende heran.

Pause Memory hält den Zustand fest. Claude nutzt weiter, was schon gespeichert ist, legt aber nichts Neues an. Das ist der Schalter für Phasen, in denen du an etwas arbeitest, das nicht in deinen Grundstock soll: ein einmaliger Fall, ein fremdes Thema, ein Test.

Reset Memory löscht alles. Das ist endgültig, es gibt keinen Papierkorb und keine Wiederherstellung. Wer das drückt, fängt beim nächsten Chat wieder mit der halben Seite Erklärung an. Deshalb lohnt es sich, den Grundstock vorher einmal in eine Textdatei zu kopieren, dann ist das Neuaufsetzen eine Sache von fünf Minuten.

Wenn dich nur ein einzelnes Thema stört, ist der Reset das falsche Werkzeug. Sag Claude im Chat, was er vergessen soll, und prüfe danach in den Einstellungen, ob der Eintrag weg ist. Der große Reset ist für den Fall gedacht, dass der Grundstock insgesamt nicht mehr zu deiner Arbeit passt, etwa nach einem Wechsel der Zielgruppe.

Was Claude nie speichert, und wie Incognito funktioniert

Sensible Themen wie Gesundheit oder Religion werden standardmäßig nicht gespeichert, und Ausweisdaten sowie Kontonummern werden nie gespeichert. Das ist die Grenze, die Anthropic in der Hilfe zieht.

Dazu kommt der Incognito-Chat, erkennbar am Geist-Symbol. Ein Chat, den du dort führst, landet in keinem Plan im Memory, egal ob Free, Pro, Max, Team oder Enterprise. Er taucht auch später nicht als Thema auf.

Wir nutzen Incognito für 3 Sachen: für alles, was mit einer fremden Person zu tun hat und uns nichts angeht, für Rohmaterial, das wir nur einmal brauchen, und für Tests, bei denen wir sehen wollen, wie Claude ohne unseren Grundstock antwortet. Der dritte Fall ist der unterschätzte. Wenn du wissen willst, ob ein Prompt auch bei jemandem funktioniert, der deinen Kontext nicht hat, probierst du ihn im Incognito-Chat aus. Sonst testest du dich selbst.

Wie Anthropic mit Daten aus Chats sonst umgeht, welche Schalter es beim Thema Training gibt und was für Firmenkonten gilt, steht im Artikel zu Claude und Datenschutz.

Memory, Projekt, Custom Instructions oder CLAUDE.md: was wofür?

Memory ist wachsender Kontext, ein Projekt trennt Unterhaltungen und deren Wissen voneinander, Custom Instructions sind statische Regeln für alle Chats, und eine CLAUDE.md ist die Kontext-Datei, die in Claude Code und Cowork neben deinen Dateien liegt. 4 Speicher, 4 Aufgaben.

SpeicherWas reinkommtWann er giltWer ihn pflegt
MemoryKontext, der beim Arbeiten anfälltin allen Chats oder im jeweiligen ProjektClaude, im Hintergrund
ProjektWissen und Dateien zu einem Kunden oder Vorhabenin jedem Chat dieses Projektsdu, bewusst
Custom Instructionsfeste Regeln und Grundtonin jedem Chat, überalldu, einmal
CLAUDE.mdRegeln und Struktur deines Arbeitsordnerswenn Claude in diesem Ordner arbeitetdu, als Datei

Die Tabelle sagt in einem Satz: Nur Memory füllt sich von selbst, die anderen drei Speicher schreibst du bewusst.

Nur das Memory füllt sich von selbst, die drei anderen Speicher schreibst du 4 Karten nebeneinander: Memory, Projekt, Custom Instructions und CLAUDE.md, jeweils mit dem Inhalt und der Angabe, wer den Speicher füllt. Die Karte Memory ist gelb hervorgehoben. // VIER SPEICHER Wo Claude was über dich ablegt Memory Kontext aus deiner Arbeit füllt sich von selbst Projekt Wissen zu einem Kunden du legst es bewusst an Custom Instructions Feste Regeln für alle Chats du schreibst sie einmal CLAUDE.md Regeln deines Arbeitsordners liegt als Datei im Ordner Quelle: support.claude.com und eigene Nutzung, Stand 8. September 2026

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Die 4 Karten sagen in einem Satz: Memory nimmt dir Tipparbeit ab, die drei anderen Speicher geben dir Kontrolle, und im Alltag brauchst du beides.

Ein Satz zur CLAUDE.md, weil der Begriff bei der Suche nach "Claude memory md" ständig auftaucht: Das ist keine Memory-Funktion, das ist eine Datei in deinem Arbeitsordner, in der steht, wie dieser Ordner aufgebaut ist und welche Regeln dort gelten. Claude liest sie, wenn er in dem Ordner arbeitet. Bei uns steht in dieser Datei unter anderem die Ordnerstruktur, die Sprachregeln und der Ablauf am Ende jeder Arbeitssitzung. Wie ein solches System in Verbindung mit Obsidian aussieht, steht im Artikel zum Second Brain mit Claude und Obsidian.

Und noch eine Abgrenzung, die oft fehlt: Ein Claude Skill ist keiner dieser vier Speicher. Ein Skill ist eine Anleitung für eine Aufgabe, die Claude nur lädt, wenn die Aufgabe ansteht. Memory speichert Kontext, ein Skill speichert Vorgehen.

Memory und Cowork: ein Gedächtnis über beide Oberflächen

Memory synchronisiert zwischen Chat und Cowork, wenn Cowork in der Cloud läuft. Was du im Browser-Chat erzählst, ist also auch da, wenn du in Cowork arbeitest.

Für uns ist das der Punkt, an dem Memory vom netten Extra zur täglichen Hilfe geworden ist. Wir denken im Chat vor und arbeiten in Cowork an Dateien. Wenn der Kontext dazwischen verloren geht, erklärt man dieselbe Sache zweimal. So fängt Cowork mit dem an, was der Chat schon weiß.

Die Reihenfolge, die wir Leuten in oh.my.Claude beibringen, hat damit zu tun: erst Cowork, dann Projekte ordentlich anlegen, dann Claude Code. Memory hängt an Schritt zwei. Wer die Projekte sauber trennt, bekommt saubere Memory-Räume dazu. Wer alles in einem Strang macht, bekommt einen Grundstock, in dem 3 Kunden und 2 Privatthemen durcheinanderliegen.

Die Einrichtung in 20 Minuten für einen Selbstständigen

Die Einrichtung geht in 5 Schritten und dauert etwa 20 Minuten: Memory prüfen, Grundstock diktieren, Projekte anlegen, Projekt-Zusammenfassungen schreiben, eine Woche später nachschärfen. Danach fasst du es lange nicht mehr an.

Claude Memory in 5 Schritten und rund 20 Minuten eingerichtet 5 nummerierte Karten untereinander mit den Schritten Einstellungen prüfen, Grundstock diktieren, Projekte anlegen, Zusammenfassungen schreiben und nach einer Woche nachschärfen, jeweils mit Zeitangabe. Der zweite Schritt ist gelb hervorgehoben. // EINRICHTUNG 5 Schritte, rund 20 Minuten 1 Settings, Memory: an oder aus prüfen 2 Minuten 2 Grundstock in einem Chat diktieren 8 Minuten 3 Ein Projekt pro Kunde und Vorhaben 5 Minuten 4 Je ein Absatz als Projekt-Zusammenfassung 4 Minuten 5 Nach einer Woche nachschärfen 1 Minute

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Die 5 Schritte sagen in einem Satz: Der Löwenanteil der Zeit geht in den Grundstock, den du einmal diktierst, der Rest ist Ordnung schaffen.

Schritt 1: Einstellungen prüfen

Geh in die Einstellungen, öffne Memory und schau, ob es aktiv ist. In Free, Pro und Max steht der Schalter schon richtig. Im Team-Plan siehst du die Funktion nur, wenn der Owner sie freigeschaltet hat, also frag ihn vorher.

Schritt 2: Den Grundstock diktieren

Öffne einen Chat außerhalb aller Projekte und erzähl Claude in einem Rutsch, wer du bist und wie du arbeitest. Nicht als Stichpunktliste, in ganzen Sätzen, so wie du es einem neuen Freiberufler am ersten Tag erklären würdest. Was du hier sagst, wird zum globalen Memory.

Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, nimm diesen Prompt und ersetze die Klammern:

Ich richte gerade dein Gedächtnis ein. Merk dir bitte Folgendes über mich und meine Arbeit:

Rolle: Ich bin [Beruf] und arbeite [allein / mit X Leuten].
Angebot: Ich verkaufe [Angebot 1] und [Angebot 2] an [Zielgruppe].
Laufende Vorhaben: [Vorhaben 1], [Vorhaben 2].
Menschen, die oft vorkommen: [Name, Rolle], [Name, Rolle].
Werkzeuge: [Tools, mit denen ich täglich arbeite].
Sprache: Duz mich. Schreib in kurzen, normalen Sätzen. Diese Wörter will ich in keinem Text von dir sehen: [3 bis 5 Wörter].
Was ich von dir erwarte: Wenn eine Angabe fehlt, frag nach, statt etwas anzunehmen.

Fass danach in 5 Zeilen zusammen, was du dir gemerkt hast, damit ich prüfen kann, ob es stimmt.

Der letzte Satz ist der wichtigste. Claude gibt dir zurück, was angekommen ist, und du korrigierst sofort, was schief steht. Bei uns waren das beim ersten Mal 2 Punkte, die daneben lagen.

Schritt 3: Projekte anlegen

Leg ein Projekt pro Kunde und pro größerem Vorhaben an. Faustregel: Wenn ein Thema eigene Regeln, eigene Zielgruppe oder eigene Dateien hat, bekommt es ein Projekt. Alles andere kann im globalen Chat bleiben.

Schritt 4: Zusammenfassungen schreiben

Schreib in jedes Projekt einen Absatz, worum es geht. Branche, Angebot, Zielgruppe, Ton, Verbote. 4 bis 6 Sätze reichen. Diese Zusammenfassung ist der Startpunkt für jeden Chat in diesem Projekt.

Schritt 5: Nach einer Woche nachschärfen

Arbeite eine Woche normal und schau dann in die Memory-Einstellungen. Du wirst 2 Sorten Einträge finden: welche, die genau passen, und welche, die aus einem einmaligen Fall entstanden sind. Die zweite Sorte löschst du. Das ist die ganze Pflege, und danach reicht ein Blick im Quartal.

Was nicht ins Memory gehört

Kundendaten gehören nicht ins Memory, jedenfalls keine personenbezogenen: keine Namen von Patienten, Mandanten oder Bewerbern, keine Adressen, keine Kontodaten, keine Gesundheitsangaben. Die Faustregel, die wir selbst nutzen: Was du nicht auf einen Zettel schreiben würdest, der in deinem Büro an der Wand hängt, gehört nicht in ein Gedächtnis, das mitschreibt.

Anthropic zieht hier selbst eine Grenze, und die hilft schon einmal: Sensible Themen wie Gesundheit oder Religion werden standardmäßig nicht gespeichert, Ausweisdaten und Kontonummern nie. Das ist eine Zusage des Anbieters, keine Garantie für deine eigene Sorgfalt. Wenn du mit echten Personendaten arbeitest, gehört der Chat in den Incognito-Modus oder in ein Projekt, dessen Inhalte du selbst kontrollierst.

Was stattdessen ins Memory gehört, ist die Struktur deiner Arbeit: dass du für Zahnarztpraxen schreibst, welche Fragen du in Erstgesprächen stellst, wie deine Angebote aufgebaut sind, welche Wörter du nicht sehen willst. Also alles, was du auch auf deiner Website stehen lassen würdest.

Kurz zur Einordnung: Das hier ist unsere Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.

Memory im Team

Im Team- und Enterprise-Plan ist Memory ab Werk aus, und der Owner der Organisation entscheidet, ob es an geht. Das ist die wichtigste Abweichung gegenüber Einzelkonten.

Wenn du ein kleines Team führst, lohnt sich vor dem Freischalten ein kurzes Gespräch darüber, was in Memory darf und was nicht. 2 Sätze reichen: keine Personendaten von Kunden, keine Vertragsinhalte, alles andere gern. Danach hat jedes Teammitglied sein eigenes Gedächtnis, und geteiltes Wissen läuft über geteilte Projekte, nicht über Memory.

Der Team-Plan kostet laut Preisseite 25 $ pro Nutzer im Monat, 20 $ bei Jahreszahlung, geht ab 2 Personen und bis 150 Sitze, und enthält geteilte Projekte, Claude Code, Cowork, eingebaute Connectors und Single Sign-on (Stand: 8. September 2026). Für die Frage, ob ihr im Team überhaupt ein gemeinsames Konto braucht, haben wir den Vergleich zum Team-Plan geschrieben.

Typische Fehler mit Memory und Projekten

Die 3 häufigsten Fehler sind ein Memory ohne Grundstock, alles in einem einzigen Projekt und der Reset als Reflex bei jedem falschen Eintrag. Alle 3 kosten mehr Zeit, als sie sparen.

Kein Grundstock. Wer Memory einfach laufen lässt und hofft, dass sich das Richtige ansammelt, bekommt einen Kontext aus Zufällen: die eine Frage zu einer Steuer-Sache, das eine Gespräch über ein Werkzeug, das er nie wieder benutzt. Die 8 Minuten aus Schritt 2 sind der Unterschied zwischen einem Gedächtnis mit Ordnung und einer Restekiste.

Alles in einem Projekt. Ein Projekt namens "Arbeit", in dem 3 Kunden und der eigene Newsletter liegen, hat genau den Nachteil, den getrennte Memory-Räume lösen sollen. Die Sprache des einen Kunden landet im Text des anderen. Der Aufwand, das zu trennen, sind die 5 Minuten aus Schritt 3.

Reset bei jedem falschen Eintrag. Reset löscht alles und ist endgültig. Für einen einzelnen falschen Eintrag sagst du Claude, was weg soll, und prüfst danach in den Einstellungen nach. Den großen Reset hebst du dir für einen echten Neuanfang auf.

Ein vierter Fehler passiert Leuten mit mehreren Oberflächen: Du erzählst etwas im Incognito-Chat und wunderst dich, dass Claude es am nächsten Tag nicht weiß. Das ist kein Fehler des Systems, das ist genau der Zweck des Geist-Symbols. Wenn etwas hängenbleiben soll, gehört es in einen normalen Chat.

Claude ist eine Marke von Anthropic PBC. KI.ohne.Team steht in keiner Verbindung zu Anthropic und wird nicht von Anthropic unterstützt.

Fazit

Claude Memory nimmt dir die Erklärarbeit ab, die du sonst in jedem zweiten Chat leistest, und Projekte sorgen dafür, dass dieser Kontext nicht zwischen deinen Kunden hin- und herläuft. Die Einrichtung ist an einem Vormittag erledigt, und der größte Teil davon ist ein einziger diktierter Absatz über dich und deine Arbeit. Wer im Team arbeitet, klärt vorher mit dem Owner, ob Memory überhaupt an ist, und was hineindarf. Personenbezogene Kundendaten bleiben draußen, dafür gibt es das Geist-Symbol.

Häufige Fragen

Wie aktiviere ich Claude Memory?

In Free, Pro und Max ist Memory standardmäßig an, du findest den Schalter in den Einstellungen unter Settings, Memory. Dort siehst du auch, ob das Gedächtnis gerade aktiv oder pausiert ist. In den Plänen Team und Enterprise ist Memory ab Werk aus, dort schaltet der Owner der Organisation die Funktion frei, bevor einzelne Mitglieder sie nutzen können.

Wie lösche ich Claude-Erinnerungen?

Für einen einzelnen Eintrag sagst du Claude im Chat, was er vergessen soll, und prüfst danach in den Einstellungen unter Memory, ob der Eintrag verschwunden ist. Für alles auf einmal gibt es dort "Reset Memory". Dieser Reset löscht das komplette Gedächtnis und ist endgültig, es gibt keine Wiederherstellung. Wer nur eine Pause will, nutzt stattdessen "Pause Memory": Claude nutzt dann weiter, was gespeichert ist, legt aber nichts Neues an.

Was ist an Claude so besonders?

Beim Thema Gedächtnis ist die Besonderheit, dass Claude den Kontext in getrennten Räumen ablegt: ein globales Memory für alles außerhalb von Projekten und einen eigenen Memory-Raum plus Zusammenfassung pro Projekt. Dazu synchronisiert das Gedächtnis zwischen Chat und Cowork, wenn Cowork in der Cloud läuft.

Was ist das Claude Team?

Der Team-Plan ist Claude für Unternehmen ab 2 Personen und bis 150 Sitze, mit geteilten Projekten, Claude Code, Cowork, Single Sign-on und zentraler Abrechnung. Ein Standard-Sitz kostet 25 $ pro Nutzer im Monat, 20 $ bei Jahreszahlung. Memory ist dort standardmäßig aus und wird vom Owner freigeschaltet. Details stehen im Artikel zum Claude Team-Plan unter /blog/claude-team.

Was ist der Unterschied zwischen Memory und einem Projekt?

Memory ist wachsender Kontext, den Claude beim Arbeiten selbst anlegt: Rolle, Vorhaben, Personen, Stil, Werkzeuge. Ein Projekt ist eine Struktur, die du bewusst anlegst, um Unterhaltungen und Dateien zu einem Kunden oder Vorhaben zusammenzuhalten. Jedes Projekt hat dabei seinen eigenen Memory-Raum plus eine Projekt-Zusammenfassung, damit der Kontext eines Kunden nicht in den eines anderen läuft.

Merkt sich Claude Kundendaten?

Sensible Themen wie Gesundheit oder Religion werden standardmäßig nicht im Memory gespeichert, Ausweisdaten und Kontonummern nie. Trotzdem gehören personenbezogene Kundendaten aus unserer Sicht nicht in ein Gedächtnis, das mitschreibt: keine Namen von Patienten oder Mandanten, keine Adressen, keine Vertragsinhalte. Für solche Gespräche gibt es den Incognito-Chat mit dem Geist-Symbol, der in keinem Plan ins Memory läuft. Das ist unsere Einordnung aus der Praxis und keine Rechtsberatung.

Was wir mit Claude jede Woche abgeben

Der Grundstock im Memory ist bei uns die Voraussetzung dafür, dass wir Arbeit überhaupt abgeben können: Ohne den Kontext müssten wir jede Aufgabe mit einer halben Seite Vorrede anfangen, und dann macht man sie schneller selbst. Mit dem Kontext übernimmt Claude ganze Abläufe, vom Protokoll am Ende einer Arbeitssitzung bis zum Entwurf einer Seite. Im Newsletter nehmen wir jede Woche einen dieser Abläufe auseinander, mit dem Prompt und der Stelle, an der es bei uns zuerst nicht funktioniert hat. Alle Artikel rund um Claude sammelt der Claude-Guide.

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Daniel Walter
Co-Founder KI.ohne.Team

Führt mit Sascha Hoffmann mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team. Baut die KI-Systeme, die die Community nutzt, und schreibt hier auf, was davon im Alltag hält.

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