Second Brain mit Claude und Obsidian: das Setup, das wir selbst nutzen
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Ein Second Brain mit Claude und Obsidian ist ein Ordner mit Markdown-Dateien auf deinem Rechner, den Claude öffnen, lesen und selbst weiterschreiben kann, und der damit das Gedächtnis übernimmt, das ein Chatfenster nicht hat. Daniel führt so ein System seit Anfang 2026 unter dem Namen daniel.OS, und ich beschreibe es hier von außen, weil ich es beim Arbeiten mit ihm jeden Tag sehe. Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Notiz-Ordner ist eine einzige Datei im Wurzelverzeichnis: die CLAUDE.md. Darin steht, wer hier arbeitet, wie der Ordner aufgebaut ist und wo etwas Neues hingehört.
Was bei Google zu "obsidian claude" oben steht, sind Forum-Fäden, GitHub-Repos und Reddit-Diskussionen über Plugins und Schnittstellen. Das ist hilfreich, wenn du ein Plugin einrichten willst. Es beantwortet nicht die Frage, wie so ein System bei jemandem aussieht, der damit mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team führt. Genau das steht hier: der Ordnerbaum, die Kontext-Datei, das tägliche Protokoll und der Weg dahin in 5 Schritten. Stand: 7. September 2026.
// Das Wichtigste in Kürze
- Ein Second Brain ist ein Ordner mit Textdateien, in dem alles liegt, was du sonst im Kopf behalten müsstest. Obsidian ist nur das Fenster darauf.
- Obsidian speichert reine Markdown-Dateien lokal auf deinem Rechner. Genau deshalb kommt Claude über Claude Code oder Cowork direkt an sie heran und darf sie ändern.
- Die CLAUDE.md im Wurzelordner ist die wichtigste Datei des Systems. Darin steht, wer du bist, wie der Ordnerbaum aussieht und welche Regeln beim Ablegen gelten.
- Daniels Vault hat 8 Hauptordner, über 60 eigene Skills und für jeden Arbeitstag ein Protokoll, das Claude am Ende der Sitzung selbst schreibt.
- Claude Memory und der Vault lösen 2 verschiedene Aufgaben: Memory merkt sich Themen über Chats hinweg, der Vault hält die Dateien, mit denen gearbeitet wird.
- Für das Setup brauchst du Obsidian, einen bezahlten Claude-Plan ab 20 $ im Monat und etwa einen Nachmittag.
Was ist ein Second Brain?
Ein Second Brain ist eine geordnete Sammlung deiner Notizen, Entscheidungen und Arbeitsstände außerhalb deines Kopfes, auf die du und deine Werkzeuge jederzeit zugreifen können. Der Begriff stammt aus der Notiz-Welt und meinte lange einfach: schreib es auf, dann musst du es dir nicht merken.
Interessant wird die Sache erst, seit eine KI mitlesen darf. Solange nur du selbst in den Ordner schaust, ist ein Second Brain ein besseres Archiv. Sobald Claude denselben Ordner öffnen kann, beantwortet es Fragen, die vorher 20 Minuten Suchen gekostet haben: Was haben wir mit diesem Kunden im Juni vereinbart? Welche Regel gilt für unsere Preisangaben? Welchen Prompt hatten wir für die Angebots-Mails?
Im Alltag sieht das so aus. Daniel startet morgens eine Arbeitssitzung und sagt in 2 Sätzen, worum es heute geht. Claude liest die Kontext-Datei, danach das Protokoll des letzten Tages, danach die Datei zum jeweiligen Thema. Es gibt kein Aufwärmen, keine Wiederholung des Hintergrunds, kein erneutes Erklären der Schreibregeln. Das ist der ganze Unterschied zwischen einem Chatfenster und einem System.
Der zweite Teil ist wichtiger als der erste: Claude legt am Ende der Sitzung selbst ab, was passiert ist. Ein Second Brain, das nur du füllst, bleibt so aktuell wie deine Disziplin. Eines, das der Assistent am Ende jedes Arbeitstags weiterschreibt, bleibt aktuell, weil das Schreiben Teil der Arbeit ist.
Warum Obsidian und nicht ein Notiz-Tool mit Datenbank?
Obsidian speichert jede Notiz als einzelne Markdown-Datei in einem ganz normalen Ordner auf deiner Festplatte, und deshalb kann Claude damit arbeiten wie mit jedem anderen Ordner. Das ist der ganze technische Kern.
Ein Notiz-Tool, das seine Inhalte in einer Cloud-Datenbank hält, gibt Claude nur über eine Schnittstelle Zugriff. Das funktioniert für Lesen und einzelne Einträge, wird aber umständlich, sobald 40 Dateien auf einmal durchsucht, 3 davon geändert und eine neue angelegt werden soll. Bei Markdown-Dateien im Dateisystem ist das ein Arbeitsschritt.
Dazu kommen 3 praktische Punkte. Die Dateien gehören dir, auch wenn du Obsidian morgen löschst, denn Markdown öffnet jeder Texteditor. Der Ordner lässt sich mit Git versionieren, was in Daniels Vault bedeutet, dass jeder Arbeitstag als Commit festgehalten ist. Und die interne Verlinkung mit doppelten eckigen Klammern funktioniert auch dann, wenn Claude die Verweise setzt statt ein Mensch.
Was Obsidian kostet, sagen wir hier bewusst nicht, weil wir diese Zahl nicht selbst geprüft haben. Auf der Herstellerseite steht der aktuelle Stand für private und geschäftliche Nutzung.
Brauche ich Obsidian dafür?
Nein, du brauchst einen Ordner mit Textdateien, und Obsidian ist nur die angenehmste Oberfläche dafür. Claude interessiert sich nicht für die App, es interessiert sich für die Dateien.
Du kannst denselben Aufbau mit einem Finder-Ordner und einem beliebigen Texteditor umsetzen. Was du dann verlierst, ist die Suche über alle Dateien, die Verlinkung zwischen Notizen und die Ansicht, in der du siehst, was womit zusammenhängt. Wer viel selbst in den Notizen liest, merkt den Unterschied nach einer Woche. Wer den Ordner fast nur von Claude bearbeiten lässt, kommt auch ohne aus.
Unsere Empfehlung an Mitglieder, die fragen: Fang mit Obsidian an, weil der Einstieg 10 Minuten dauert und du nichts verlierst, wenn du später umziehst. Die Dateien bleiben deine Dateien.
Kann Claude direkt in Obsidian schreiben?
Ja, über Claude Code im Terminal oder über Claude Cowork auf dem Schreibtisch bekommt Claude Zugriff auf einen Ordner deiner Wahl und darf darin Dateien lesen, ändern und neu anlegen. Obsidian selbst muss dafür nicht einmal offen sein.
Praktisch läuft es so ab: Du gibst einmal den Pfad zu deinem Vault frei. Ab dann gilt dieser Ordner als Arbeitsverzeichnis. Claude liest zuerst die CLAUDE.md im Wurzelverzeichnis, weil diese Datei beim Start automatisch mitgelesen wird, und weiß danach, wie der Rest aufgebaut ist. Wenn du Obsidian nebenher offen hast, siehst du die Änderungen nach ein paar Sekunden in der App auftauchen.
Für Selbstständige ohne Terminal-Erfahrung ist Cowork der einfachere Weg, weil du dort einen Ordner per Klick freigibst und Skills per Drag-and-drop installierst. Claude Code ist die Variante für alle, die ohnehin im Terminal arbeiten, und läuft laut Preisseite von Anthropic ab dem Pro-Plan. In unserem Einsteigerkurs lehren wir bewusst diese Reihenfolge: erst Cowork, dann Projekte ordentlich anlegen, dann Claude Code.
Ein Hinweis, der Ärger spart: Gib Claude den Vault-Ordner frei, nicht deinen gesamten Benutzerordner. Alles, was im Arbeitsverzeichnis liegt, darf geändert werden, und ein Vault ist genau die Menge an Dateien, die du auch verantworten willst.
So sieht der Vault von innen aus
Daniels Vault heißt daniel.OS und besteht aus 8 Hauptordnern plus der CLAUDE.md im Wurzelverzeichnis. Jeder Ordner beantwortet eine Frage, und das ist der Grund, warum das System nach über einem halben Jahr immer noch benutzbar ist.
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Die Grafik zeigt den kompletten Aufbau: neben der CLAUDE.md gibt es die Ordner _ich, _cockpit, daily, projekte, kunden, prozesse, ressourcen und _rohzone, und jeder davon beantwortet genau eine Frage.
Im Einzelnen liegt darin Folgendes:
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_ich hält alles zur Person: Kurzprofil, Schreibstimme, Werte, Werdegang und eine Liste verbotener Wörter. Diese Dateien gelten überall, egal an welchem Projekt gerade gearbeitet wird.
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_cockpit ist die flache Übersicht über die Hauptprojekte. Pro Projekt eine Datei, in jeder dieselben Spuren, und daraus wird ein Brett erzeugt, das auf dem Schreibtisch liegt.
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daily enthält für jeden Arbeitstag eine Datei nach dem Muster Jahr-Monat-Tag. Was gemacht wurde, was entschieden wurde, was offen bleibt.
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projekte ist flach aufgebaut, ein Ordner pro Vorhaben, jeweils mit einer KONTEXT.md als Einstieg.
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kunden ist nach Personen sortiert, jeder Ordner mit einer eigenen Nummer im Namen, damit nichts durcheinandergerät.
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prozesse beschreibt wiederkehrende Abläufe: wie ein Angebot entsteht, wie eine Inbox sortiert wird, wie Daten zwischen Vault und Datenbank abgeglichen werden.
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ressourcen ist der größte Ordner: Frameworks, Prompts, Schriften, Design-Vorlagen und über 60 eigene Skills.
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_rohzone ist der Durchgang für Unfertiges. Alles, was noch keinen Platz hat, landet hier und wird beim nächsten Aufräumen weitergereicht.
Der Unterstrich vor 3 Ordnernamen ist kein Zufall. Er sorgt dafür, dass sie in der alphabetischen Sortierung oben stehen, und markiert sie damit als die Ordner, die immer gelten.
// Aus der Community
Die 3 Cowork-Skills, die bei uns aus einem Meeting Aufgaben machen, aus einem Sales-Call einen CRM-Eintrag und aus dem Sitzungsende ein Tagesprotokoll, liegen fertig im Second Brain Boost-Pack, zusammen mit dem Setup-Video.
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Was ist eine CLAUDE.md?
Eine CLAUDE.md ist eine Markdown-Datei im Wurzelverzeichnis deines Ordners, die Claude beim Start automatisch mitliest und in der steht, was für die Arbeit in diesem Ordner immer gilt. Ohne sie ist ein Vault für Claude eine Ansammlung von Dateien. Mit ihr ist er ein System mit Regeln.
4 Teile stehen in Daniels Datei drin, in dieser Reihenfolge:
-
Wer hier arbeitet. Ein Absatz zur Person, was sie macht, mit wem, unter welchen Marken. Dazu ein Verweis auf die ausführliche Fassung in _ich.
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Wie der Ordner aufgebaut ist. Der komplette Verzeichnisbaum als Codeblock, mit einem Halbsatz Erklärung pro Ordner. Das ist der Teil, den Claude am häufigsten braucht, weil er die Frage beantwortet, wo etwas liegt.
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Welche Regeln immer gelten. Schreibstimme, verbotene Wörter, wie Dateien benannt werden, wann ein Protokoll geschrieben wird, was vor einem Commit passieren muss.
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Wo neue Inhalte hingehören. Eine Tabelle mit 2 Spalten: links die Frage, rechts der Zielordner. Geht es um mich als Person? Dann _ich. Um einen Kunden? Dann kunden. Um einen wiederkehrenden Ablauf? Dann prozesse.
Der 4. Teil ist der, den die meisten weglassen und der am meisten Arbeit spart. Ohne diese Tabelle fragt Claude bei jeder neuen Datei nach, wo sie hin soll, oder legt sie nach Gefühl irgendwo ab. Mit der Tabelle entscheidet es selbst und liegt in den allermeisten Fällen richtig.
Dazu kommt eine Sorte Regel, die Daniel Auto-Update nennt: Wenn eine neue Datei entsteht, wird die Übersicht des betroffenen Bereichs aktualisiert. Wenn sich die Ordnerstruktur ändert, wird die CLAUDE.md selbst nachgezogen. Das hält die Kontext-Datei aktuell, ohne dass jemand sich das vornehmen muss.
Wie ein Arbeitstag mit dem System abläuft
Der Tag fängt mit dem Protokoll von gestern an und endet damit, dass Claude das Protokoll von heute schreibt. Dazwischen liegt normale Arbeit.
Morgens genügt ein Satz wie "wir machen heute weiter an der Angebotsseite". Claude liest die CLAUDE.md, das letzte Protokoll aus daily und die Projektdateien, und weiß dann, wo der Stand war. Das ersetzt den Absatz Hintergrund, den man sonst in jedes neue Chatfenster tippt.
Am Ende der Sitzung fällt das Wort "commit" oder "Session Ende", und dann passiert eine feste Abfolge. Claude legt die Datei daily/Jahr-Monat-Tag.md an, mit 4 Abschnitten: was gemacht wurde, was entschieden wurde, was offen bleibt, und die Git-Zeile. Danach gleicht es die offenen Punkte mit dem Cockpit ab, hakt Erledigtes ab und schreibt neue Punkte in die richtige Spur. Erst danach wird committet, und das Protokoll ist Teil des Commits.
Die Regel dazu steht in der CLAUDE.md in einem Satz: ein Commit ohne Protokoll existiert nicht. Das klingt streng und ist der Grund, warum der Ordner daily lückenlos ist. Wer das Protokoll freiwillig schreiben lässt, hat nach 3 Wochen Lücken.
Dazu kommen geplante Aufgaben, die ohne Anstoß laufen. Bei Daniel sortiert eine davon morgens die Capture-Inbox und ordnet jeden Eintrag dem richtigen Ort zu. Eine andere sucht Themen für Social-Posts. Das sind Sitzungen, die nach Zeitplan starten, im selben Vault arbeiten und ihr Ergebnis als Datei hinterlassen.
Das Setup in 5 Schritten
5 Schritte reichen für die erste brauchbare Version, und du brauchst dafür etwa einen Nachmittag. Alles danach ist Nachziehen im Alltag.
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Die 5 Schritte sind: Vault anlegen, 5 Ordner anlegen, die CLAUDE.md schreiben, einen ersten Skill einsetzen und die Regel festlegen, dass am Ende jeder Sitzung ein Protokoll entsteht.
Schritt 1: Vault anlegen
Installiere Obsidian, wähle "Create new vault" und gib dem Ordner einen Namen, der nach dir klingt. Daniel hat seinen daniel.OS genannt, weil ein System einen Namen braucht, den man im Gespräch benutzt. Leg den Ordner dorthin, wo du ihn wiederfindest, gern in die Dokumente.
Schritt 2: 5 Ordner anlegen
5 reichen für den Anfang: ich, projekte, kunden, daily, ressourcen. Mehr nicht. Jeder weitere Ordner erhöht die Zahl der Entscheidungen, die du beim Ablegen treffen musst, und genau daran stirbt der erste Versuch bei den meisten. Was später dazukommt, entsteht aus echtem Bedarf, wenn ein Ordner unübersichtlich wird.
In jeden Ordner legst du eine Datei KONTEXT.md mit 3 Zeilen: was hier liegt, wie die Dateien heißen, was hier nicht hingehört. Das dauert 15 Minuten und ist die halbe Miete.
Schritt 3: Die CLAUDE.md schreiben
Diese Datei kommt ins Wurzelverzeichnis, direkt neben die Ordner. Nimm die folgende Vorlage und füll sie mit deinen Angaben:
# Mein Vault
> Das ist die Datei, die du beim Start liest. Danach weisst du,
> wie hier gearbeitet wird.
## Wer ich bin
Vorname Nachname, was ich mache, fuer wen, unter welchen Marken.
2 bis 4 Saetze reichen. Details in ich/profil.md.
## Aufbau
- ich/ Profil, Schreibstimme, verbotene Woerter
- projekte/ ein Ordner pro Vorhaben, je eine KONTEXT.md
- kunden/ ein Ordner pro Kunde, je eine KONTEXT.md
- daily/ ein Protokoll pro Arbeitstag, JJJJ-MM-TT.md
- ressourcen/ Prompts, Vorlagen, Skills
## Regeln, die immer gelten
- Sprache: Deutsch, du-Form.
- Dateinamen: kleingeschrieben, mit Bindestrich, kein Datum
im Namen ausser in daily/.
- Jede Datei beginnt mit einer Ueberschrift und einem Satz,
was sie ist.
- Original-Material wird vollstaendig abgelegt, nie gekuerzt.
- Am Ende jeder Sitzung entsteht das Protokoll in daily/,
bevor irgendetwas anderes passiert.
## Wo neue Inhalte hingehoeren
| Worum geht es | Wohin |
| --- | --- |
| Um mich als Person | ich/ |
| Um ein eigenes Vorhaben | projekte/{name}/ |
| Um einen Kunden | kunden/{name}/ |
| Um einen Ablauf, der sich wiederholt | ressourcen/ |
| Unklar | nachfragen, nicht raten |
## Wenn sich etwas aendert
Neue Datei angelegt: die KONTEXT.md des Ordners ergaenzen.
Ordner umbenannt oder neu: den Aufbau oben nachziehen.
Die letzte Zeile ist der Teil, den du sonst in 3 Monaten bereust. Eine Kontext-Datei, die den alten Aufbau beschreibt, schickt Claude an Stellen, die es nicht mehr gibt.
Schritt 4: Den ersten Skill einsetzen
Such dir eine Aufgabe, die du mindestens einmal pro Woche machst, und lass Claude sie ab jetzt immer gleich erledigen. Bei uns war das zuerst das Protokoll am Sitzungsende, später kamen Texte prüfen, Landing Pages schreiben und Meetings in Aufgaben verwandeln dazu. Wie ein Skill aufgebaut ist und wie du ihn ohne Terminal installierst, steht im Artikel zu Claude Skills.
Fang mit einem an. Daniels über 60 Skills sind über ein halbes Jahr entstanden, jeder aus einem echten Fall, bei dem ihn eine Wiederholung genervt hat.
Schritt 5: Die Protokoll-Regel festlegen
Schreib in die CLAUDE.md, dass am Ende jeder Arbeitssitzung eine Datei in daily/ entsteht, und halte dich daran. Der Satz kostet dich eine Zeile und ist der Unterschied zwischen einem Ordner, der lebt, und einem, in den du nach 3 Wochen nicht mehr schaust.
Ab hier gibt es keinen weiteren Aufbauschritt. Das System wächst dadurch, dass du es benutzt.
Wie fange ich mit einem leeren Vault an?
Fang mit dem letzten Projekt an, an dem du gearbeitet hast, nicht mit einer Struktur für alles. Ein leerer Vault ist die häufigste Sackgasse, weil das erste Gefühl ist, man müsse jetzt sein gesamtes Wissen einsortieren.
Konkret: Leg unter projekte/ einen Ordner für das Vorhaben an, das gerade läuft, und darin eine KONTEXT.md mit dem, was du jemandem erzählen würdest, der einsteigt. Worum geht es, wo steht es, was ist der nächste Schritt. Dann arbeite eine Sitzung lang mit Claude daran und lass am Ende das erste Protokoll schreiben.
Nach einer Woche hast du 5 Protokolle und 2 bis 3 Projektordner. Das ist der Punkt, an dem sich das System zum ersten Mal auszahlt, weil Claude die Frage "was hatten wir letzten Dienstag entschieden" ohne dich beantwortet.
Was du am Anfang liegen lässt: alte Notizen aus anderen Tools importieren. Das Material, das du wirklich brauchst, tauchst im Alltag von selbst auf, und dann legst du es ab. Ein Import bringt dir 400 Dateien, die keiner Regel folgen.
Claude Memory oder Vault: was macht was?
Claude Memory merkt sich Themen aus deinen Chats, der Vault hält die Dateien, mit denen gearbeitet wird, und die beiden ersetzen einander nicht. Wer das durcheinanderbringt, fragt sich, warum Claude die Regel von gestern kennt und die Datei von gestern nicht.
Memory speichert laut Anthropic Kontext wie deine Rolle, deine Projekte, den beruflichen Hintergrund, Personen, mit denen du arbeitest, deinen Kommunikationsstil und technische Vorlieben. Jedes Projekt hat einen eigenen Memory-Raum, daneben gibt es ein globales Gedächtnis außerhalb der Projekte. In Free, Pro und Max ist Memory standardmäßig an, in Team und Enterprise standardmäßig aus, bis der Owner es freigibt.
| Claude Memory | Obsidian-Vault | |
|---|---|---|
| Was drin liegt | Themen aus Chats: Rolle, Projekte, Vorlieben | Dateien: Notizen, Regeln, Protokolle, Vorlagen |
| Wer schreibt | Claude, im Hintergrund | du und Claude, sichtbar |
| Wo es liegt | bei Anthropic im Konto | auf deinem Rechner |
| Änderbar | über die Einstellungen, pausieren oder löschen | jede Datei einzeln, jederzeit |
| Stärke | Kontext, den du nie wieder erklären musst | Inhalte, mit denen gearbeitet wird |
Die Tabelle sagt in einem Satz: Memory merkt sich, wer du bist, der Vault hält, woran du arbeitest.
Im Alltag laufen beide zusammen. Memory sorgt dafür, dass Claude weiß, wie du angesprochen werden willst und in welchem Geschäft du unterwegs bist. Der Vault sorgt dafür, dass die Angebotsvorlage, die Kundenakte und das Protokoll von letzter Woche vorliegen. Mehr zu den Einstellungen, zu Projekten und zum Unterschied zu Custom Instructions steht im Artikel zu Claude Memory und Projekten.
Ein Detail aus der Praxis: Was in der CLAUDE.md steht, gilt zuverlässiger als was im Memory steht, weil die Datei bei jedem Start vollständig gelesen wird. Regeln, die dir wichtig sind, gehören deshalb in die Datei, nicht ins Gedächtnis.
Was kostet das Setup?
Der einzige feste Posten ist dein Claude-Plan, und der beginnt laut Preisseite von Anthropic bei 20 $ im Monat für Pro, 17 $ im Monat bei Jahreszahlung, jeweils ohne Steuer. Der Euro-Betrag steht erst im Checkout, mit Mehrwertsteuer.
Der Free-Plan reicht für das hier beschriebene Setup nicht, weil Claude Code laut Preisseite erst ab Pro dabei ist. Wir arbeiten beide täglich in Claude Code und Cowork, und das läuft nicht im Free-Plan.
| Plan | Preis im Monat | Wofür |
|---|---|---|
| Free | 0 | zum Ausprobieren, ohne Claude Code |
| Pro | 20 $, 17 $ bei Jahreszahlung | der Einstieg für einen Vault |
| Max 5x | 100 $ | 5x die Nutzung von Pro pro 5-Stunden-Sitzung |
| Max 20x | 200 $ | 20x die Nutzung von Pro pro 5-Stunden-Sitzung |
| Team, Standard-Sitz | 25 $ pro Nutzer, 20 $ bei Jahreszahlung | 2 bis 150 Personen, geteilte Projekte |
Für einen Vault als Second Brain reicht Pro zum Start, und der Sprung auf Max lohnt sich erst, wenn du regelmäßig an das Nutzungs-Limit kommst.
Zu den Limits: Die Nutzung setzt sich alle 5 Stunden zurück, dazu gibt es ein wöchentliches Limit über alle Modelle. Claude Code teilt sich den Nutzungs-Pool mit App und Desktop. Was den Verbrauch erhöht, sind lange Gespräche, Code-Ausführung, Web-Suche, das gewählte Modell und große Projekt-Dateien. Genau deshalb lohnt sich ein aufgeräumter Vault auch finanziell: Eine Kontext-Datei mit klarem Aufbau spart Claude die Suche.
Obsidian kommt als zweiter Posten dazu. Den aktuellen Stand für private und geschäftliche Nutzung findest du auf der Herstellerseite, wir nennen hier keine Zahl, die wir nicht geprüft haben.
Datenschutz: was du vorher klären solltest
Deine Vault-Dateien liegen auf deinem Rechner, und alles, was Claude davon zu sehen bekommt, geht als Inhalt einer Unterhaltung an Anthropic. Das ist der Punkt, an dem du entscheiden musst, was in diesem Ordner liegen darf.
Zur Frage Training sagt Anthropic für Free, Pro und Max: Chats fließen nur dann ins Training, wenn die Einstellung "Model Improvement" aktiv ist, wenn Inhalte zur Sicherheitsprüfung markiert werden oder wenn du an einem Programm wie Trusted Tester teilnimmst. Der Schalter lässt sich abschalten, und Incognito-Chats werden nie zum Training genutzt. Stand dieser Angaben ist der 16. März 2026 auf privacy.claude.com, abgerufen am 7. September 2026. Für Team, Enterprise und API gelten die Commercial Terms mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag als Standard und ohne Training mit Kundendaten.
Unsere eigene Regel dazu ist schlicht: Kundenakten im Vault enthalten Arbeitsstände, Vereinbarungen und Notizen, keine Gesundheitsdaten, keine Ausweisnummern, keine Zugangsdaten. Wer mit besonders geschützten Daten arbeitet, klärt das vorher schriftlich mit dem Kunden und schaut sich die Team- und Enterprise-Bedingungen an.
Kurz zur Einordnung: Das hier ist unsere Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Was in deinem Fall gilt, klärst du mit deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.
3 Fehler, die wir selbst gemacht haben
Die 3 häufigsten Fehler sind zu viele Ordner, keine Regel fürs Ablegen und ein Vault ohne Kontext-Datei. Alle 3 führen dazu, dass das System nach ein paar Wochen ungenutzt herumliegt.
Zu viele Ordner. Der erste Entwurf hatte deutlich mehr Ebenen als der heutige Aufbau, mit Unterordnern für Themen, die es zweimal gab. Jede Ebene bedeutet eine Entscheidung beim Ablegen, und bei einer Datei am Tag summiert sich das. Heute gilt: Ein neuer Ordner entsteht erst, wenn in einem bestehenden mehr als 3 bis 4 ähnliche Dateien liegen.
Keine Regel fürs Ablegen. Solange in der Kontext-Datei nicht steht, wohin was gehört, entscheidet jeder Chat neu. Dann liegt dieselbe Sorte Notiz an 3 Orten, und die Suche findet immer nur eine davon. Die Tabelle mit Frage und Zielordner ist die kleinste Regel mit der größten Sparwirkung.
Ein Vault ohne Kontext-Datei. Ohne CLAUDE.md fängt jede Sitzung mit einer Erkundungsrunde an. Claude liest sich durch Ordner, um zu verstehen, wie sie gemeint sind, und rät bei der Ablage. Das kostet Zeit, Nutzung und Nerven. Die Datei einmal ordentlich zu schreiben, dauert eine Stunde.
Ein 4. Punkt ist kein Fehler im Aufbau, er passiert trotzdem allen: Der Vault wächst und niemand räumt auf. Dagegen hilft der Ordner _rohzone. Alles Unfertige landet dort, und beim nächsten Aufräumen wird es weitergereicht oder gelöscht. Ein Ordner für Unfertiges ist ehrlicher als der Versuch, alles sofort richtig einzusortieren.
Claude ist eine Marke von Anthropic PBC, Obsidian eine Marke von Dynalist Inc. KI.ohne.Team steht in keiner Verbindung zu diesen Unternehmen.
Fazit
Ein Second Brain mit Obsidian und Claude besteht aus einem Ordner, einer Kontext-Datei und der Gewohnheit, am Ende jeder Sitzung ein Protokoll zu hinterlassen. Der Aufwand für die erste Version liegt bei einem Nachmittag, der Rest entsteht im Arbeiten. Wer mehr als 5 Ordner anlegt, bevor er die erste Datei ablegt, hat den Aufbau vor die Arbeit gesetzt. Fang mit dem Projekt an, das gerade auf deinem Schreibtisch liegt.
Häufige Fragen
Was ist ein Second Brain?
Ein Second Brain ist eine geordnete Sammlung deiner Notizen, Entscheidungen und Arbeitsstände außerhalb deines Kopfes. Der Nutzen entsteht dort, wo nicht nur du hineinschaust: Sobald Claude denselben Ordner lesen und beschreiben darf, beantwortet es Fragen zu vergangenen Entscheidungen selbst und legt neue Ergebnisse am richtigen Ort ab.
Brauche ich Obsidian dafür?
Nein. Du brauchst einen Ordner mit Markdown-Dateien, Obsidian ist nur die Oberfläche darauf. Ohne Obsidian verlierst du die Suche über alle Dateien, die Verlinkung zwischen Notizen und die Übersicht. Die Dateien selbst bleiben in jedem Fall deine, weil Markdown sich mit jedem Texteditor öffnen lässt.
Kann Claude direkt in Obsidian schreiben?
Ja. Über Claude Code im Terminal oder über Claude Cowork gibst du einen Ordner frei, und Claude darf darin Dateien lesen, ändern und anlegen. Obsidian muss dafür nicht offen sein, die Änderungen tauchen dort nach ein paar Sekunden auf. Gib immer nur den Vault-Ordner frei, nicht den gesamten Benutzerordner.
Was kostet das Setup?
Der feste Posten ist der Claude-Plan: Pro kostet laut Preisseite 20 $ im Monat, 17 $ im Monat bei Jahreszahlung, jeweils ohne Steuer, der Euro-Betrag erscheint im Checkout. Der Free-Plan reicht nicht, weil Claude Code erst ab Pro dabei ist. Dazu kommt Obsidian, dessen aktuellen Stand für private und geschäftliche Nutzung du auf der Herstellerseite findest.
Was ist eine CLAUDE.md?
Eine CLAUDE.md ist eine Markdown-Datei im Wurzelverzeichnis deines Ordners, die Claude beim Start automatisch mitliest. Darin stehen 4 Dinge: wer hier arbeitet, wie der Ordner aufgebaut ist, welche Regeln immer gelten und wohin neue Inhalte gehören. Der letzte Teil als Tabelle mit Frage und Zielordner spart im Alltag die meiste Zeit.
Wie fange ich mit einem leeren Vault an?
Mit dem Projekt, an dem du gerade arbeitest, nicht mit einer Struktur für alles. Leg einen Projektordner mit einer KONTEXT.md an, arbeite eine Sitzung lang mit Claude daran und lass am Ende das erste Protokoll schreiben. Alte Notizen aus anderen Tools importierst du am besten gar nicht, weil sie keiner Regel folgen.
Was bei uns jede Woche in den Vault läuft
Der Ordner daily wächst bei uns um eine Datei pro Arbeitstag, und über die Monate ist daraus die ehrlichste Aufzeichnung geworden, die wir über unsere eigene Arbeit haben: was funktioniert hat, was zweimal umgeschrieben werden musste, welche Regel wir uns selbst gegeben haben. Im Newsletter schreiben wir regelmäßig auf, was in einer Woche im Vault gelandet ist und welcher Schritt sich daraus für andere übernehmen lässt. Alle Artikel zu Claude, von den Plänen über Cowork bis zu Skills, sammelt der Claude-Guide.
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