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Obsidian mit Claude verbinden: die 3 Wege, und was danach den Unterschied macht

daniel.walter
Daniel Walter · Co-Founder KI.ohne.Team
21. Oktober 2026 · 21 min Lesezeit
Teil des GuidesClaude auf DeutschZum Guide →Obsidian mit Claude verbinden: die 3 Wege, und was danach den Unterschied macht

Obsidian verbindest du mit Claude, indem du Claude Zugriff auf den Ordner gibst, in dem dein Vault liegt, also die Sammlung deiner Obsidian-Notizen. Für diese Verbindung gibt es 3 Wege: Claude Cowork in der Desktop-App von Claude, Claude Code im Terminal und Claude Desktop mit einem MCP-Server, einem kleinen Zusatzprogramm, über das Obsidian und Claude Daten austauschen. Der schnellste dieser Wege dauert wenige Minuten.

Das Verbinden ist der kleine Teil der Arbeit. Ob du nach zwei Wochen noch mit dem Vault arbeitest, hängt an dem, was du nach der Verbindung einrichtest. Genau das zeige ich in meinem Video "Claude ist jetzt 10x schlauer geworden mit Obsidian": 12 Minuten, 4 Bausteine und zwei Abläufe aus meinem Arbeitsalltag am Bildschirm. Mit 11.673 Aufrufen ist es das meistgesehene Video auf meinem Kanal, Stand 14. Oktober 2026. Du findest es weiter unten im Abschnitt "Was du im Video live siehst" und direkt auf YouTube.

Dieser Artikel erklärt die Verbindung Schritt für Schritt. Für alles, was danach kommt, steht an der passenden Stelle die Minute im Video, ab der du es dir ansehen kannst.

// Das Wichtigste in Kürze

  • Obsidian mit Claude zu verbinden heißt, dass Claude den Ordner mit deinen Notizen lesen und darin schreiben darf.
  • Ohne Terminal geht es mit Claude Cowork: Du wählst in der Desktop-App von Claude deinen Vault-Ordner aus, ein Plugin brauchst du dafür nicht.
  • Claude Code startest du im Terminal direkt im Vault-Ordner, und der MCP-Weg läuft über das Obsidian-Plugin "MCP Connector" und Claude Desktop.
  • Die Browser-Version von Claude kommt allein nicht an Dateien auf deinem Rechner, dafür muss die Desktop-App geöffnet und verbunden sein.
  • Gib Claude nur den Vault-Ordner frei und sichere ihn, bevor Claude zum ersten Mal darin schreibt.
  • Aus der Verbindung wird erst dann ein System, wenn Claude den Vault selbst weiterschreibt. Die 4 Bausteine dafür zeige ich im Video.

Was heißt es, Obsidian mit Claude zu verbinden?

Obsidian mit Claude zu verbinden heißt, dass Claude Lese- und Schreibzugriff auf den Ordner bekommt, in dem deine Obsidian-Notizen liegen, während Obsidian die Oberfläche bleibt, in der du selbst liest. Claude arbeitet dabei mit den Dateien und braucht die Obsidian-App dafür nicht.

Die Verbindung ist so einfach, weil Obsidian jede Notiz als eigene Textdatei im Markdown-Format auf deiner Festplatte speichert. Markdown ist normaler Text mit ein paar Zeichen für Überschriften und Listen, den jedes Programm öffnen kann. Im Video sage ich dazu: "Obsidian ist im Kern nichts anderes als ein Ordner auf deinem Rechner mit Textdateien." Es gibt keinen Login für die Notizen und keine Datenbank in der Cloud, an die Claude erst über eine Schnittstelle herankommen müsste.

Für dich heißt das: Sobald Claude den Ordner öffnen darf, kann es jede Notiz finden, mehrere Dateien auf einmal durchsuchen, Inhalte ändern und neue Dateien anlegen. Die Änderungen tauchen nach ein paar Sekunden in Obsidian auf, wenn die App nebenher offen ist.

Der wichtigste Teil ist das Schreiben. Ein Claude, das deine Notizen nur liest, ist eine bessere Suche. Ein Claude, das am Ende einer Sitzung selbst festhält, was entschieden wurde, hält deinen Vault aktuell, ohne dass du dafür Zeit aufwendest. Auf diesen Unterschied kommt der Artikel weiter unten zurück, weil an ihm hängt, ob der Vault nach zwei Wochen noch lebt.

Welcher der 3 Wege passt zu dir?

Wer kein Terminal benutzt, nimmt Claude Cowork, wer ohnehin im Terminal arbeitet, nimmt Claude Code, und der MCP-Weg lohnt sich, wenn du deinen Vault aus dem normalen Chat in Claude Desktop heraus durchsuchen willst. Alle 3 Wege brauchen die Desktop-App von Claude oder das Terminal auf deinem Rechner, weil die Notizen dort liegen.

WegWas du brauchstTerminal nötig?Was Claude im Vault darf
Claude CoworkClaude Desktop für macOS oder Windows, bezahlter PlanneinDateien im freigegebenen Ordner lesen, ändern und neu anlegen
Claude CodeClaude Code, enthalten ab dem Pro-PlanjaDateien in dem Ordner lesen, ändern und anlegen, in dem du Claude Code startest
Claude Desktop mit MCPObsidian ab Version 1.7.2, Plugin MCP Connector, Claude Desktopneindas, was das Plugin freigibt: lesen, suchen, schreiben

Für die meisten Selbstständigen ohne Programmier-Hintergrund ist Claude Cowork der richtige Einstieg, weil du dort einen Ordner per Klick freigibst und kein Zusatzprogramm installierst.

Es gibt 3 Wege, Obsidian mit Claude zu verbinden, und Cowork ist der Weg ohne Terminal Drei Karten nebeneinander: Claude Cowork gibt den Ordner per Klick frei und braucht kein Terminal, Claude Code startet im Vault-Ordner im Terminal, Claude Desktop mit MCP braucht ein Obsidian-Plugin und eine Datei für die App. // DREI WEGE 3 Wege zu deinem Vault Claude Cowork Ordner per Klick freigeben ohne Terminal Claude Code im Vault-Ordner starten mit Terminal Desktop + MCP Plugin plus Datei für die App für Suche im Chat Quelle: Hilfe-Seite von Anthropic und Obsidian-Plugin-Seite, Stand 14.10.2026

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Cowork gibt den Ordner per Klick frei, Claude Code startest du im Terminal im Vault-Ordner, und der MCP-Weg braucht ein Obsidian-Plugin plus eine Datei für Claude Desktop.

Im Video verbinde ich meinen Vault über Cowork. Cowork und Claude Code lesen dieselben Dateien im selben Ordner, deshalb kannst du später ohne Umbau von einem Weg zum anderen wechseln.

Wie verbinde ich Obsidian mit Claude Cowork?

Mit Claude Cowork verbindest du Obsidian, indem du in der Desktop-App von Claude einen lokalen Ordner auswählst und dafür den Ordner deines Vaults nimmst. Ab diesem Moment darf Claude in diesem Ordner Dateien lesen, ändern und anlegen.

So gehst du vor:

  1. Claude Desktop installieren. Die App gibt es für macOS und Windows. Cowork ist laut Hilfe-Seite von Anthropic in den bezahlten Plänen Pro, Max, Team und Enterprise enthalten (Stand 14. Oktober 2026). Was die Pläne kosten, steht in unserem Artikel Was kostet Claude?.
  2. Cowork öffnen und einen Ordner auf deinem Rechner auswählen. Nimm den Ordner, den Obsidian als Vault geöffnet hat. Der richtige Ordner ist der, den du beim Anlegen deines Vaults in Obsidian ausgewählt hast.
  3. Mit einer einfachen Anweisung prüfen, ob alles klappt. Zum Beispiel: "Lies die Dateien in diesem Ordner und beschreib mir, wie er aufgebaut ist." Antwortet Claude mit deinen Ordnernamen und Notizen, steht die Verbindung.

Obsidian braucht für diesen Weg kein Plugin, und du brauchst keinen API-Schlüssel. Ein API-Schlüssel ist ein Zugangscode für Programmierer, der hier keine Rolle spielt, weil Cowork die Dateien direkt öffnet.

Anthropic weist auf derselben Hilfe-Seite darauf hin, dass Claude auf die Dateien zugreift, die du freigibst, und dort echte Änderungen ausführt. Die Empfehlung dort lautet, die geplanten Schritte von Claude anzusehen, bevor Claude sie ausführt, besonders bei sensiblen Dateien. Am Anfang lohnt sich das immer.

Im Video ist Cowork genau der Weg, den ich am Ende empfehle: Obsidian herunterladen, den Setup-Prompt starten, die Fragen beantworten, in Cowork verbinden und loslegen. Diese Reihenfolge siehst du im Video ab Minute 10:40. Mehr zu Cowork selbst steht in Claude Cowork erklärt.

Wie verbinde ich Obsidian mit Claude Code?

Mit Claude Code verbindest du Obsidian, indem du im Terminal in den Ordner deines Vaults wechselst und dort Claude Code mit dem Befehl <code>claude</code> startest. Claude Code arbeitet dann in genau diesem Ordner und in allen Unterordnern.

Auf dem Mac sieht das so aus, wenn dein Vault im Ordner Dokumente liegt:

<pre><code>cd ~/Documents/"Obsidian Vault"/mein-vault claude</code></pre>

Den Pfad passt du an den Ort an, an dem dein Vault wirklich liegt. Die Anführungszeichen braucht es, wenn ein Ordnername ein Leerzeichen enthält.

Beim Start liest Claude Code automatisch die Datei CLAUDE.md, wenn sie im Ordner liegt. In dieser Datei steht, wer du bist, wie dein Ordner aufgebaut ist und welche Regeln immer gelten. Im Video sage ich dazu: "Claude liest automatisch die Datei bei jedem neuen Chat, ohne dass du irgendetwas kopierst, einfügst oder erklärst." Diese Datei ist der erste der 4 Bausteine, mehr dazu weiter unten.

Wer das Terminal nicht mag, aber Claude Code nutzen will, kann den Vault-Ordner auch in der Code-Ansicht der Desktop-App als Projektordner auswählen. Claude Code ist ab dem Pro-Plan enthalten. Was Claude Code kann und ob du es als Selbstständiger brauchst, steht in Was ist Claude Code?.

Wie verbinde ich Obsidian mit Claude Desktop über MCP?

Über MCP verbindest du Obsidian mit Claude Desktop, indem du in Obsidian das Community-Plugin "MCP Connector" installierst, dort eine Datei für Claude Desktop exportierst und diese Datei in die App ziehst. MCP steht für Model Context Protocol und ist ein offener Standard, über den Programme ihre Daten an KI-Anwendungen wie Claude weitergeben.

Laut der Plugin-Seite gehst du in 4 Schritten vor (Stand 14. Oktober 2026):

  1. Plugin installieren. In Obsidian unter Einstellungen, Community-Plugins, Durchsuchen nach "MCP Connector" suchen und installieren. Das Plugin setzt Obsidian ab Version 1.7.2 voraus.
  2. Zugangsschlüssel prüfen. In den Einstellungen des Plugins unter "Access Control" liegt ein Schlüssel, der regelt, wer auf den Vault zugreifen darf. Ein Standard-Schlüssel ist schon angelegt.
  3. Claude Desktop verbinden. Für Claude Desktop exportierst du im Plugin eine Datei mit der Endung .mcpb und ziehst sie in die App.
  4. Prüfen. In Claude Desktop sollten danach die Werkzeuge des Plugins erscheinen.

Das Plugin bringt laut seiner Seite 64 Werkzeuge mit, darunter Dateiverwaltung, Aufgaben, Vorlagen und eine Suche nach Bedeutung, die auf deinem Rechner läuft. Eine Suche nach Bedeutung findet auch Notizen, in denen dein Suchwort nicht wörtlich vorkommt.

Der MCP-Weg ist der richtige, wenn du im normalen Chat von Claude Desktop in deinen Notizen nachschlagen willst, ohne einen ganzen Ordner als Arbeitsordner freizugeben. Für das Arbeitsgedächtnis, um das es in meinem Video geht, reicht Cowork oder Claude Code, und beide kommen ohne Plugin aus. Das Plugin stammt von einem unabhängigen Entwickler, deshalb lies dir die Plugin-Seite durch, bevor du es installierst.

Neben dem MCP Connector gibt es weitere Wege über MCP, zum Beispiel über das Obsidian-Plugin "Local REST API" und einen separaten MCP-Server. Eine deutsche Anleitung für diesen Weg unter Windows hat nordalux.de aufgeschrieben.

// Aus dem Video

Der Setup-Prompt aus dem Video stellt dir Fragen zu deiner Arbeit und legt danach eine Ordnerstruktur an, die zu deinem Alltag passt, mit einer Anleitung für den ersten Tag.

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Kann ich Obsidian mit claude.ai im Browser verbinden?

Nein, die Browser-Version von Claude kommt allein nicht an die Dateien auf deinem Rechner, und dein Vault liegt auf deinem Rechner. Laut Anthropic braucht Claude für den Zugriff auf lokale Dateien die Desktop-App für macOS oder Windows, und die App muss dabei geöffnet und verbunden sein.

Die Frage taucht oft auf, weil Google beim Eintippen von "obsidian mit claude" den Vorschlag "obsidian mit claude.ai verbinden" anzeigt. Viele nutzen Claude nur im Browser und gehen davon aus, dass es dort auch geht.

Cowork gibt es laut derselben Hilfe-Seite zwar auch auf claude.ai für die Pläne Pro, Max und Team. Für Dateien auf deinem Rechner läuft der Zugriff aber über die Desktop-App. Wer seinen Vault mit Claude nutzen will, installiert deshalb die Desktop-App und nimmt einen der 3 Wege oben.

Warum ein verbundener Vault oft nach 2 Wochen wieder brachliegt

Ein verbundener Vault liegt nach ein paar Wochen oft brach, weil die Verbindung nur den Zugang schafft und der Ordner danach von dir gepflegt werden müsste. Diese Pflege kostet Zeit, und genau die hat im Alltag niemand.

Im Video beschreibe ich ab Minute 6:08, wie das bei mir vorher aussah. Nach einem Meeting waren drei Tabs offen, zwei Notizen angefangen und eine E-Mail halb geschrieben, und am nächsten Tag wusste ich nicht mehr, wo was stand. Die übliche Antwort darauf ist eine neue App: ein Notion-System aufsetzen, Ordner anlegen, alles sauber einsortieren. Danach muss das System gepflegt werden, und nach zwei Wochen schläft es ein.

Mein Befund aus diesen Versuchen: Ordnungssysteme gehen selten beim Einrichten kaputt. Ordnungssysteme gehen kaputt, weil jemand sie jeden Tag am Leben halten muss.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, den ich im Video ab Minute 7:06 anspreche. Was für eine Person funktioniert, passt bei der nächsten oft gar nicht. Wer das Ordnersystem eines anderen übernimmt und sein eigenes Leben hineindrückt, pflegt am Ende ein fremdes System, und das hält noch kürzer.

Wie ein Vault aussieht, der sich selbst pflegt, zeige ich im Video. Der Grundgedanke steht im nächsten Abschnitt.

Welche 4 Bausteine aus einer Verbindung ein System machen

Aus einer Verbindung wird ein System, wenn 4 Bausteine zusammenkommen: eine Kontext-Datei, der Vault als Wissensspeicher, ein Gedächtnis, das Claude selbst schreibt, und Skills für Abläufe, die sich jede Woche wiederholen. Jeder Baustein setzt auf dem vorherigen auf, deshalb ist die Reihenfolge wichtig.

Aus der Verbindung wird ein System, wenn 4 Bausteine aufeinander aufsetzen Vier nummerierte Karten nebeneinander mit der Minute im Video: 1 Kontext-Datei ab 1:02, 2 Wissensspeicher ab 2:20, 3 Gedächtnis ab 3:55 in Gelb hervorgehoben, 4 Skills ab 7:41. // VIER BAUSTEINE IM VIDEO So wird aus der Verbindung ein System 1 Kontext-Datei ab Minute 1:02 2 Wissens- speicher ab Minute 2:20 3 Gedächtnis ab Minute 3:55 4 Skills ab Minute 7:41 Quelle: Video "Claude ist jetzt 10x schlauer geworden mit Obsidian", Daniel Walter, 12.04.2026

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Die 4 Bausteine im Video sind die Kontext-Datei ab Minute 1:02, der Wissensspeicher ab Minute 2:20, das Gedächtnis ab Minute 3:55 und die Skills ab Minute 7:41. Der dritte Baustein entscheidet, ob der Vault aktuell bleibt.

Baustein 1: Die Kontext-Datei sagt Claude, wer du bist

Die Kontext-Datei ist die CLAUDE.md im obersten Ordner deines Vaults, und Claude liest sie zu Beginn jeder Sitzung, ohne dass du etwas kopierst. Im Video vergleiche ich sie mit dem Handbuch, das ein neuer Mitarbeiter am ersten Tag bekommt: wer wir sind, wie wir arbeiten, welche Regeln gelten.

Meine eigene Datei arbeitet wie ein Wegweiser. Die Datei sagt Claude, in welcher Datei meine Schreibstimme beschrieben ist und in welchem Ordner die Projekte liegen. Dazu steht darin eine Liste mit Wörtern, die Claude in meinen Texten nie benutzen soll. Wie die Datei bei mir aussieht, zeige ich im Video am Bildschirm. Den Aufbau Schritt für Schritt erklärt der Abschnitt "Was ist eine CLAUDE.md?" in unserem Artikel Second Brain mit Claude und Obsidian.

Baustein 2: Der Vault gibt Claude das Wissen für jedes Projekt

Der zweite Baustein ist der Vault selbst, in dem Kundendaten, Strategien und Entscheidungen von vor Wochen liegen, sodass Claude bei einem konkreten Projekt nachschlagen kann. Die Kontext-Datei sagt Claude, wer du bist. Der Vault sagt Claude, was in deinen Projekten gerade passiert.

Im Video frage ich Claude: "Was ist der aktuelle Stand bei KI ohne Team?" Claude holt die Antwort aus der richtigen Datei. Ich habe dafür nichts eingegeben, die Information stand im Vault, weil wir sie in der Woche davor dort abgelegt hatten. Du suchst den Kontext also nicht mehr aus drei verschiedenen Programmen zusammen und kopierst ihn in den Chat.

Baustein 3: Claude schreibt sein Gedächtnis selbst

Der dritte Baustein ist ein Gedächtnis, das Claude selbst führt: Claude schreibt Regeln, Entscheidungen und den Stand jeder Sitzung in den Vault, ohne dass du daran denken musst. Mit diesem Baustein unterscheidet sich mein Vault von jedem System, das ich vorher ausprobiert habe.

Im Video beschreibe ich das ab Minute 3:55 so. Wenn ich Claude korrigiere, zum Beispiel mit "so rede ich nicht", speichert Claude die Regel. Wenn ich eine Entscheidung treffe, schreibt Claude sie ins richtige Projekt. Am Ende der Sitzung schreibt Claude auf, was passiert ist. Das passiert, weil das System so eingerichtet ist, und nicht, weil ich es jedes Mal anweise.

Das Ergebnis ist ein Vault, der jeden Tag besser wird, weil du arbeitest, und nicht, weil du dokumentierst. Wie die Regel dafür in meiner Kontext-Datei steht, siehst du im Video.

Baustein 4: Skills machen aus wiederkehrender Arbeit einen Satz

Ein Skill ist eine gespeicherte Anleitung für einen Ablauf, den du jede Woche wiederholst, ähnlich wie eine schriftliche Arbeitsanweisung für einen Mitarbeiter. Du gehst den Ablauf einmal mit Claude durch, und ab dann reicht ein Satz, um ihn wieder auszulösen.

Im Video erkläre ich das mit dem Unterschied zwischen einem Praktikanten und einem Mitarbeiter, der seit Monaten dabei ist. Der Praktikant braucht für jeden Ablauf eine neue Erklärung, der Mitarbeiter kennt ihn und erledigt ihn. Wichtig ist, dass die Skills auf den Vault zugreifen. Claude weiß dann nicht nur, wie ein Ablauf geht, es weiß auch, wo die Daten dafür liegen und was zuletzt besprochen wurde. Was Skills genau sind und welche wir nutzen, steht in Claude Skills.

Was du im Video live siehst

Im Video siehst du am Bildschirm 2 Abläufe aus meinem Alltag: wie aus einem Meeting mit einer einzigen Anweisung eine Aufgabenliste wird und wie aus einem fremden Post drei eigene Entwürfe in meiner Stimme werden. Beide Abläufe nutzen alle 4 Bausteine gleichzeitig.

Falls das Video hier nicht lädt, findest du es direkt auf YouTube: Claude ist jetzt 10x schlauer geworden mit Obsidian.

Der erste Ablauf beginnt ab Minute 5:00 mit einem Team-Meeting. Ich hatte morgens ein Weekly mit Sascha, das automatisch aufgezeichnet und in Text umgewandelt wurde. Das Meeting dauerte 45 Minuten. Danach kamen früher 10 Minuten Nacharbeit, und in der Hälfte der Fälle habe ich sie auf den nächsten Tag geschoben und dann die Hälfte vergessen. Im Video gebe ich Claude eine einzige Anweisung, und danach stehen alle Aufgaben mit Person und Termin im System.

Der zweite Ablauf beginnt ab Minute 8:37 mit einem Post, den ich am Vortag gesehen hatte. Früher hätte ich ihn irgendwo gespeichert und drei Wochen später nicht mehr gewusst, was mich daran interessiert hat. Im Video lege ich einen Screenshot in den Chat, und Claude macht daraus drei eigene Varianten in meiner Stimme, ohne Gedankenstriche und ohne Werbe-Floskeln, in 2 Minuten. Das klappt, weil das System meine Schreibregeln aus der Kontext-Datei kennt.

Welche Anweisung ich in beiden Fällen tippe und wo die Ergebnisse im Vault landen, siehst du nur im Video.

Warum ich meine Ordnerstruktur im Video nicht zeige

Meine Ordnerstruktur zeige ich im Video bewusst nicht als Vorlage, weil sie zu meinem Alltag passt und dir ein kopierter Ordner dieselbe Pflege-Arbeit macht wie jedes andere übernommene System. Dein Vault muss zu deinem Kopf und zu deiner Arbeit passen.

Stattdessen gibt es den Setup-Prompt. Den kopierst du in Claude, und er stellt dir Fragen wie: Was machst du? Wie arbeitest du? Was nervt dich am meisten? Aus deinen Antworten legt er eine Struktur an, die zu dir passt, mit einer Anleitung, die sofort funktioniert. Im Video erkläre ich das ab Minute 10:03.

Die Reihenfolge, die ich im Video empfehle, ist kurz. Du lädst Obsidian herunter, startest den Prompt, beantwortest die Fragen und verbindest den Ordner in Cowork. Danach arbeitest du einfach los und optimierst nichts vorab. Den Prompt bekommst du kostenlos auf kiohneteam.de/youtube.

Was du vor dem Verbinden prüfen solltest

Bevor du Obsidian mit Claude verbindest, gibst du nur den Vault-Ordner frei, sicherst ihn und siehst dir die ersten Änderungen von Claude genau an. Die drei Prüfungen kosten dich 10 Minuten und ersparen dir Ärger.

Nur den Vault freigeben. Alles, was im freigegebenen Ordner liegt, darf Claude ändern. Gib deshalb den Vault-Ordner frei und nie deinen ganzen Benutzerordner. Der Vault enthält genau die Dateien, für die du Claude die Arbeit überlassen willst.

Den Vault vorher sichern. Leg vor der ersten Sitzung eine Kopie des Ordners an. Wer mit Versionsverwaltung umgehen kann, legt den Vault in Git an, einem Programm, das jede Änderung speichert und rückgängig machen kann. Mein eigener Vault läuft so, und jeder Arbeitstag steht dort als eigener Eintrag.

Die ersten Änderungen lesen. Anthropic empfiehlt, die geplanten Schritte von Claude anzusehen, bevor Claude sie ausführt, besonders bei sensiblen Dateien. In den ersten Tagen siehst du so, wie Claude mit deinem Ordner umgeht, und kannst Regeln in der Kontext-Datei nachschärfen.

Wenn in deinem Vault Kundendaten liegen, klär vorher, was dein Plan von Claude mit den Daten macht. Was wir dazu herausgefunden haben, steht in Claude und Datenschutz.

Womit fange ich an, wenn mein Vault noch leer ist?

Mit einem leeren Vault fängst du mit 3 Dateien an und lässt den Rest beim Arbeiten wachsen. Im Video sage ich dazu: "Fang mit drei Dateien an. In einem Monat hast du 30."

Die 30 Dateien entstehen, weil Claude bei jeder Sitzung mitschreibt und nicht, weil du einen Nachmittag lang Notizen anlegst. Wer vor der ersten echten Arbeitssitzung zehn Ordner anlegt, beschäftigt sich mit dem Aufbau und nicht mit seiner Arbeit.

Ein sinnvoller Anfang sind diese 3 Dateien: die CLAUDE.md mit ein paar Sätzen über dich und deine wichtigsten Regeln, eine Datei für das Projekt, an dem du gerade arbeitest, und ein erstes Protokoll, das Claude am Ende deiner ersten Sitzung selbst schreibt. Den vollständigen Weg in 5 Schritten mit Ordnerbaum und Beispiel-Datei findest du in Second Brain mit Claude und Obsidian.

Im Video sage ich auch, dass mein System noch nicht perfekt ist. Ich habe aufgehört, alles im Kopf behalten zu wollen, und ich dokumentiere nichts mehr von Hand. Das System wird trotzdem jeden Tag besser, weil ich damit arbeite.

Fazit

Obsidian mit Claude zu verbinden ist in wenigen Minuten erledigt, mit Cowork sogar ohne Terminal und ohne Plugin. Der Aufwand liegt danach: Claude braucht eine Kontext-Datei, einen Vault mit echtem Projektwissen und die Regel, am Ende jeder Sitzung selbst mitzuschreiben. Ohne diese Regel pflegst du den Ordner selbst und hörst nach ein paar Wochen damit auf. Wie die 4 Bausteine zusammen aussehen, dauert im Video 12 Minuten.

Häufige Fragen

Kann Claude in Obsidian schreiben?

Ja. Über Claude Cowork oder Claude Code gibst du den Ordner deines Vaults frei, und Claude darf darin Dateien lesen, ändern und neu anlegen. Obsidian muss dafür nicht geöffnet sein, die Änderungen erscheinen dort nach ein paar Sekunden.

Brauche ich ein Obsidian-Plugin, um Claude zu verbinden?

Nein, für Claude Cowork und Claude Code brauchst du kein Plugin, weil beide die Dateien direkt im Ordner öffnen. Ein Plugin wie "MCP Connector" brauchst du nur für den Weg über MCP in Claude Desktop.

Brauche ich einen API-Schlüssel?

Nein, für Cowork und Claude Code reicht dein Claude-Konto mit einem bezahlten Plan. Beim Plugin "MCP Connector" gibt es einen eigenen Zugangsschlüssel in Obsidian, den das Plugin selbst anlegt.

Kann ich Obsidian mit claude.ai im Browser verbinden?

Nein, nicht allein über den Browser. Für den Zugriff auf Dateien auf deinem Rechner braucht Claude laut Anthropic die Desktop-App für macOS oder Windows, geöffnet und verbunden.

Funktioniert die Verbindung von Obsidian und Claude unter Windows?

Ja. Claude Cowork gibt es laut Anthropic in Claude Desktop für macOS und für Windows. Obsidian läuft ebenfalls auf beiden Systemen.

Was ist der Unterschied zwischen Cowork und Claude Code?

Cowork läuft in der Desktop-App und gibt einen Ordner per Klick frei, Claude Code startest du im Terminal oder in der Code-Ansicht der App in einem Ordner. Beide dürfen im Vault lesen und schreiben. Cowork ist der Einstieg ohne Terminal, Claude Code passt zu allen, die ohnehin im Terminal arbeiten.

Was wir mit dem Vault jede Woche abgeben

In unserem Vault landet jeden Arbeitstag ein neues Protokoll, und aus diesen Protokollen sehen wir, welche Aufgaben Claude inzwischen ohne Erklärung erledigt. Im Newsletter schreiben wir auf, welcher Ablauf in einer Woche dazugekommen ist und wie du ihn für deinen eigenen Vault übernimmst. Alle Artikel zu Claude, von den Plänen über Cowork bis zu den Skills, sammelt der Claude-Guide.

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Daniel Walter
Co-Founder KI.ohne.Team

Führt mit Sascha Hoffmann mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team. Baut die KI-Systeme, die die Community nutzt, und schreibt hier auf, was davon im Alltag hält.

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