ChatGPT Projekte und Canvas: die zwei Funktionen, die kaum jemand verwendet
Teil des GuidesWelche KI ist die beste für Selbstständige?Zum Guide →
Canvas bei ChatGPT ist ein Textfenster, das sich rechts neben dem Chat öffnet und in dem dein Text oder dein Code als Dokument steht, an dem du Stelle für Stelle arbeitest, statt ihn jedes Mal komplett neu ausgeben zu lassen. Ein Projekt ist etwas völlig anderes: ein Ordner, der Chats, Dateien und eine feste Anweisung zusammenhält, mit einem Gedächtnis, das nur in diesem Ordner gilt. Die beiden Funktionen haben nichts miteinander zu tun, und sie liegen beide zwei Klicks entfernt in derselben Oberfläche, die die meisten Leute seit zwei Jahren nur als Chat-Fenster nutzen.
Das ist der Grund für diesen Artikel. Wir führen mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team, und die Frage, die im Alltag über die Zeit entscheidet, ist nicht welches Modell. Es ist, ob du deinen Kontext jeden Morgen neu eintippst und ob du Texte fünfmal komplett neu erzeugst, nur weil im vierten Absatz ein Satz falsch war. Ein Projekt löst das erste Problem. Canvas löst das zweite.
Unten steht beides einzeln: was jede Funktion tut, wo du klickst, welche Grenzen sie hat, was sie in welchem Plan kostet. Dazu drei vollständige Projekt-Anweisungen zum Kopieren, ein Abschnitt darüber, wann ein Projekt die falsche Antwort ist, und was geteilte Projekte im Team kosten. Stand: 25. September 2026, Funktionsangaben aus der OpenAI-Hilfe von diesem Tag.
// Das Wichtigste in Kürze
- Canvas ist ein Dokumentfenster rechts im Chat. Du markierst eine Stelle, sagst was daran anders soll, und nur diese Stelle ändert sich.
- Canvas öffnest du mit "nutze Canvas" im Prompt, mit /canvas oder über das Plus-Symbol neben dem Eingabefeld.
- Im Abkürzungs-Menü unten rechts in Canvas sitzen fertige Befehle: Änderungen vorschlagen, Länge anpassen, Leseniveau ändern, Feinschliff, Emojis.
- Über die Pfeile in der oberen Leiste gehst du durch die Versionen deines Dokuments, holst eine alte zurück und siehst mit "Show changes" die Unterschiede.
- Ein Projekt hält Chats, Dateien und eine Anweisung zusammen, und sein Gedächtnis gilt nur innerhalb des Projekts.
- Dateien pro Projekt laut OpenAI-Hilfe: 5 im kostenlosen Plan, 25 in Go und Plus, 40 in Pro, Business, Enterprise und Edu.
- Geteilte Projekte gibt es ab dem Business-Plan, 25 $ pro Nutzer im Monat, 20 $ bei Jahreszahlung, ab 2 Personen (Stand September 2026).
Was ist Canvas bei ChatGPT?
Canvas ist eine Arbeitsfläche, die sich als eigenes Fenster rechts neben der Unterhaltung öffnet und den Text oder den Code enthält, um den es gerade geht. Laut OpenAI-Hilfe öffnen Antworten mit Canvas automatisch ein Fenster auf der rechten Seite, das den angeforderten Inhalt enthält (help.openai.com, "What is the canvas feature in ChatGPT and how do I use it?", abgerufen am 25. September 2026).
Der Unterschied zum normalen Chat ist die Richtung, in die du arbeitest. Im Chat wächst dein Text nach unten: Du fragst, ChatGPT antwortet, du sagst "kürzer", und darunter steht die nächste komplette Fassung. Nach vier Runden hast du fünf Versionen in einer langen Wurst, und die beste Formulierung steht irgendwo in Version 2. In Canvas wächst nichts nach unten. Da steht ein Dokument, und das Dokument ändert sich an der Stelle, an der du es änderst.
Im Alltag merkst du den Unterschied an einer Sache: Du liest nicht mehr denselben Text fünfmal. Wenn im Angebotstext der zweite Absatz sitzt und der vierte zu werblich klingt, markierst du den vierten und sagst, was daran anders soll. Der zweite bleibt Wort für Wort stehen. Genau das ist der Teil, den ein Chat nicht kann, weil jede neue Antwort den ganzen Text neu schreibt und dabei auch die Sätze anfasst, mit denen du zufrieden warst.
Canvas ist also kein neues Modell und kein Zusatz, für den du zahlst. Es ist eine andere Ansicht auf dieselbe Unterhaltung. Das Teilen einer Canvas listet OpenAI für alle Pläne, also Free, Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu (help.openai.com, abgerufen am 25. September 2026). Wer ChatGPT kostenlos nutzt, kann die Funktion damit ebenfalls aufrufen.
Was ist ein Projekt in ChatGPT?
Ein Projekt ist ein Ordner, der zusammengehörende Chats, Dateien und Anweisungen an einem Ort hält, damit ChatGPT diesen Zusammenhang für eine laufende Sache nutzen kann. OpenAI beschreibt Projekte so: sie halten zusammengehörende Chats, Dateien und Anweisungen zusammen, und ChatGPT kann diesen Kontext für laufende Arbeit nutzen, etwa Schreiben, Recherche oder Planung (help.openai.com, "Projects in ChatGPT", abgerufen am 25. September 2026).
Drei Teile machen ein Projekt aus. Erstens die Anweisung: ein Textfeld, in dem steht, wer du bist, wie geantwortet werden soll und was verboten ist. Die Anweisung gilt in jedem Chat innerhalb dieses Projekts, ohne dass du sie wiederholst. Zweitens die Dateien: dein Angebotsmuster, deine Preisliste, deine Sprachregeln, die Leistungsbeschreibung. Drittens das Gedächtnis, und das ist der Teil, den kaum jemand kennt.
Das Projekt-Gedächtnis ist auf das Projekt beschränkt. In der OpenAI-Hilfe steht dazu, dass das Projekt-Gedächtnis projektbezogen bleibt, also den Kontext auf die Ressourcen innerhalb des Projekts begrenzt, und dass es nicht auf den Zugriff auf andere Erinnerungen außerhalb des Projekts umgestellt werden kann. Für einen Selbstständigen mit mehreren Kunden ist das der wichtigste Satz auf der ganzen Seite. Was du im Projekt für Kunde A erzählst, taucht nicht auf, wenn du morgen im Projekt für Kunde B schreibst.
Wer schon einmal erlebt hat, dass eine Formulierung aus einem Mandat im Text für ein anderes landet, weiß warum das zählt. Wir betreuen parallel ein Mandat aus der Zahnmedizin und eines aus dem Immobilienbereich. Beide haben eigene Sprachregeln und eigene Verbote. Ohne getrennte Ordner wandert der eine Ton in den anderen Text, und du merkst es beim Korrekturlesen oder eben nicht. Mit getrennten Projekten bleibt jeder Kontext dort, wo er gebraucht wird. Dieselbe Logik steckt hinter dem Gedächtnis auf der anderen Seite, nachzulesen im Artikel zu Claude Memory und Projekten.
Projekt und Canvas lösen zwei verschiedene Probleme
Ein Projekt löst das Problem "ich erkläre jeden Tag dasselbe", Canvas löst das Problem "ich lasse denselben Text fünfmal neu schreiben". Das eine ist Ablage, das andere ist Werkbank.
| Projekt | Canvas | |
|---|---|---|
| Was es ist | Ordner für Chats, Dateien und eine feste Anweisung | Dokumentfenster rechts neben dem Chat |
| Wofür du es nimmst | alles, was wiederkommt: ein Kunde, ein Angebotstyp, der Newsletter | einen einzelnen Text oder Code, an dem du länger arbeitest |
| Gilt für | jeden Chat in diesem Ordner | dieses eine Dokument |
| Gedächtnis | eigener Speicher, nur im Projekt | keiner, das Dokument ist der Speicher |
| Wo du es öffnest | linke Seitenleiste, Projekte, neues Projekt | "nutze Canvas", /canvas oder Plus-Symbol |
| Lebensdauer | Monate bis Jahre | eine Aufgabe |
Die Tabelle sagt in einem Satz: Das Projekt ist der Ort, an dem dein Kontext wohnt, und Canvas ist der Tisch, auf dem ein einzelnes Stück Arbeit liegt. Beides zusammen ergibt den Ablauf, den du weiter unten siehst: Projekt öffnen, Aufgabe stellen, Canvas für den Text, fertig.
Zum Vergrößern tippen
Die zwei Karten sagen in einem Satz: Das Projekt nimmt dir die Vorrede ab, Canvas nimmt dir das Neuschreiben ab, und keine der beiden Funktionen ersetzt die andere.
So legst du ein Projekt an, Klick für Klick
Ein Projekt legst du in der linken Seitenleiste an, unter dem Punkt Projekte, mit dem Plus daneben. Danach vergibst du einen Namen, öffnest die Projekt-Anweisung und legst deine Dateien hinein. Der ganze Vorgang dauert bei einem Kunden etwa zehn Minuten, und davon gehen acht in die Anweisung.
Der Ablauf im Einzelnen:
- Linke Seitenleiste öffnen, den Bereich Projekte suchen, auf das Plus klicken.
- Namen eingeben. Nimm den Namen, unter dem du die Sache im Kopf hast: den Kundennamen, "Angebote", "Newsletter". Keine Nummern, keine Kürzel, die du in drei Monaten nicht mehr liest.
- Das Projekt öffnen und die Anweisung eintragen. Das ist das Feld, in dem steht, wie ChatGPT in diesem Ordner antworten soll. Drei fertige Anweisungen zum Kopieren stehen im nächsten Abschnitt.
- Dateien hineinlegen. Angebotsmuster, Preisliste, Leistungsbeschreibung, zwei alte Texte, die dir gefallen. Wie viele Dateien reinpassen, hängt am Plan, die Tabelle dazu steht weiter unten.
- Den ersten Chat im Projekt starten und eine echte Aufgabe stellen. Nicht "was kannst du". Eine Aufgabe, die du sonst selbst gemacht hättest.
Schritt 5 ist der, den Leute überspringen. Ein Projekt ohne echte erste Aufgabe bleibt ein leerer Ordner, und beim nächsten Mal öffnest du wieder das normale Chat-Fenster, weil es schneller geht. Deshalb der Rat aus unserer Arbeit: Leg das Projekt in dem Moment an, in dem die Aufgabe ansteht, nicht am Sonntagabend als Vorbereitung.
// Aus der Community
Die Projekt-Anweisungen und Prompts, die bei uns tatsächlich täglich laufen, liegen in unserer Prompt-Datenbank, sortiert nach Aufgabe und mit den Platzhaltern zum Ausfüllen.
Prompt-Datenbank öffnenKostenlos · Kein Spam · Jederzeit abmeldbar
Die Projekt-Anweisung ist der Teil, der die Arbeit macht
Die Projekt-Anweisung entscheidet, ob ein Projekt dir Zeit spart oder nur ein Ordner mit Chats darin ist. OpenAI empfiehlt in der Hilfe ausdrücklich, klare Anweisungen im Projekt zu hinterlegen, damit Mitarbeitende wissen, wie ChatGPT in diesem gemeinsamen Zusammenhang antworten soll.
Eine gute Anweisung beantwortet fünf Fragen, und zwar in dieser Reihenfolge: Wer bin ich, für wen arbeite ich, was ist die Aufgabe in diesem Ordner, wie soll das Ergebnis aussehen, was ist verboten. Der letzte Punkt macht in der Praxis den größten Unterschied. Eine Liste von acht Wörtern, die du in keinem Text sehen willst, spart dir mehr Korrekturzeit als drei Absätze darüber, wie professionell der Ton sein soll.
Was auch hineingehört: der Satz, dass nachgefragt werden soll, wenn eine Angabe fehlt. Ohne diesen Satz füllt ChatGPT Lücken mit Annahmen, und die findest du erst, wenn der Kunde die Zahl liest. Mit dem Satz bekommst du eine Rückfrage, und die kostet dreißig Sekunden.
Die Anweisungen unten sind die gleiche Sorte Text, die bei uns als Kontext-Datei im Arbeitsordner liegt. Wir arbeiten täglich in Claude Code und Cowork, und die Datei heißt dort CLAUDE.md. Das Format ist übertragbar, weil die Aufgabe dieselbe ist: einmal aufschreiben, was jemand über deine Arbeit wissen muss, damit er brauchbare Ergebnisse liefert. Wer wissen will, wie so ein Text im Detail entsteht, findet die fünf Teile im Artikel zum guten Prompt.
Drei Projekt-Anweisungen zum Kopieren
Die drei Anweisungen unten decken drei Aufgaben ab, die bei fast jedem Selbstständigen wiederkommen: Angebote schreiben, Anfragen und Kundenmails beantworten, Texte für Website und Newsletter erstellen. Kopier die passende ins Anweisungsfeld deines Projekts und ersetz die Platzhalter in eckigen Klammern.
Projekt 1: Angebote und Kostenschätzungen
Dieses Projekt schreibt deine Angebote in deiner Struktur, mit deinen Preisen und ohne die Versprechen, die du nicht halten willst. Die Preisliste und zwei alte Angebote legst du als Dateien dazu.
Rolle und Kontext
Ich bin [Beruf] und arbeite [allein / mit X Leuten] in [Ort/Region]. Ich verkaufe [Leistung 1], [Leistung 2] und [Leistung 3] an [Zielgruppe]. Meine typische Auftragsgröße liegt zwischen [Betrag] und [Betrag].
Aufgabe in diesem Projekt
In diesem Ordner schreiben wir ausschließlich Angebote und Kostenschätzungen. Ich gebe dir die Notizen aus dem Gespräch, du machst daraus ein Angebot in meiner Struktur.
Struktur, die jedes Angebot hat
1. Anrede und ein Satz, der auf das Gespräch Bezug nimmt.
2. Ausgangslage beim Kunden in drei bis vier Sätzen, in seinen Worten.
3. Was ich mache, in [3 bis 5] Positionen. Jede Position: was passiert, was der Kunde dazu liefern muss, wann es fertig ist.
4. Preis je Position und Gesamtsumme, netto, mit dem Hinweis auf die Umsatzsteuer.
5. Laufzeit, Zahlungsplan, Gültigkeit des Angebots [Anzahl] Tage.
6. Ein Satz zum nächsten Schritt mit Datum.
Sprache
Sie-Form. Kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz. Jede Zahl mit Einheit. Keine Fachwörter, die ein [Zielgruppe]-Kunde nachschlagen muss.
Verboten
Diese Wörter kommen in keinem Angebot vor: [Wort 1], [Wort 2], [Wort 3], [Wort 4], [Wort 5]. Keine Erfolgsversprechen, keine Zahlen zu Ergebnissen, die ich nicht garantieren kann. Keine Dash-Zeichen, nur normale Bindestriche.
Regeln für dich
Preise nimmst du ausschließlich aus der Datei "Preisliste". Wenn eine Angabe fehlt, die du für eine Position brauchst, frag nach und rate nicht. Wenn ich dir eine Leistung nenne, die nicht in der Preisliste steht, sag das und schlag keinen Preis vor.
Der letzte Absatz ist der wichtigste. Ein Angebot mit einer erfundenen Zahl kostet dich das Gespräch, in dem du sie zurücknehmen musst. Ein Angebot mit einer Rückfrage kostet dich eine Minute.
Projekt 2: Anfragen und Kundenmails
Dieses Projekt schreibt Antwortentwürfe auf Anfragen, Nachfragen und unangenehme Mails. Als Dateien legst du drei Antworten dazu, die du selbst geschrieben hast und die gut waren.
Rolle und Kontext
Ich bin [Beruf] bei [Firmenname] und beantworte täglich [Anzahl] Anfragen und Kundenmails. Meine Kunden sind [Zielgruppe]. Ich antworte lieber kurz als ausführlich.
Aufgabe in diesem Projekt
Ich paste dir eine eingegangene Mail, du schreibst mir einen Antwortentwurf. Nur den Entwurf, keine Erklärung dazu.
So sieht jede Antwort aus
- Betreffzeile, wenn es eine neue Mail ist.
- Erster Satz: die Antwort auf die Frage, die gestellt wurde. Keine Begrüßungsfloskel davor außer der Anrede.
- Danach maximal drei Absätze, jeder mit einem Punkt.
- Letzter Satz: der nächste Schritt, mit Datum oder Frist, wenn es einen gibt.
- Länge: unter [Anzahl] Wörter, außer ich sage etwas anderes.
Sprache
[Sie-Form / Du-Form]. Normale Wörter, wie am Telefon. Keine Verkaufssprache. Keine Entschuldigung für Dinge, die kein Fehler waren.
Drei Fälle mit festen Regeln
1. Preisanfrage ohne Details: Ich nenne keinen Preis per Mail, ich schlage ein [Dauer]-Minuten-Gespräch vor und nenne zwei Terminvorschläge als Platzhalter in Klammern.
2. Beschwerde: Erster Satz nennt, was schiefgelaufen ist, ohne Ausrede. Zweiter Satz sagt, was ich jetzt mache. Dritter Satz nennt den Termin. Keine Erklärung, warum es passiert ist, außer der Kunde fragt danach.
3. Absage an mich: Zwei Sätze. Danke für die Rückmeldung, Tür bleibt offen. Keine Nachfrage nach Gründen, keine Rabatt-Nachfassmail.
Verboten
Diese Wörter kommen nicht vor: [Wort 1], [Wort 2], [Wort 3]. Keine Ausrufezeichen. Keine Dash-Zeichen. Kein "Ich hoffe, es geht Ihnen gut".
Regeln für dich
Wenn aus der Mail nicht hervorgeht, was der Absender will, schreib mir das statt zu raten. Wenn eine Zusage nötig wäre, die ich nicht gegeben habe, lass die Stelle als [ZUSAGE PRÜFEN] offen.
Die drei Fälle unten in der Anweisung sind der Unterschied zwischen einem Entwurf, den du umschreibst, und einem, den du abschickst. Jeder Fall, den du dort einmal festlegst, kommt ungefähr wöchentlich wieder.
Projekt 3: Website- und Newsletter-Texte
Dieses Projekt schreibt Texte in deiner Sprache. Als Dateien legst du zwei eigene Texte dazu, die dir gefallen, und eine Liste deiner Angebote mit Preisen.
Rolle und Kontext
Ich bin [Beruf] und schreibe für [Firmenname] die Texte für Website und Newsletter selbst. Meine Leser sind [Zielgruppe] und haben [Problem 1] und [Problem 2]. Ich verkaufe [Angebot] für [Preis].
Aufgabe in diesem Projekt
Ich gebe dir ein Thema oder ein paar Notizen, du machst daraus einen Entwurf. Ich sage dir jedes Mal dazu, ob es ein Newsletter, ein Website-Abschnitt oder ein Social-Beitrag wird.
Sprache
Du-Form. Kurze Sätze. Ein Gedanke pro Satz. Zahlen als Ziffern. Beispiele aus dem Alltag von [Zielgruppe] statt allgemeiner Aussagen. Absätze unterschiedlich lang, ein Satz allein ist erlaubt.
So ist jeder Text sortiert
- Erster Satz sagt die Sache, um die es geht. Kein Aufwärmen, keine Frage als Einstieg.
- Danach der Inhalt in der Reihenfolge, in der ich es jemandem am Tisch erzählen würde.
- Ein konkretes Beispiel mit Zahl, wenn ich dir eines gegeben habe. Wenn nicht, frag danach.
- Letzter Satz trocken, ohne Appell.
Verboten
Diese Wörter und Formen kommen nicht vor: [Wort 1], [Wort 2], [Wort 3], [Wort 4], [Wort 5], [Wort 6]. Keine Dash-Zeichen, nur normale Bindestriche. Keine geschweiften Anführungszeichen. Keine Dreier-Reihungen wie "schnell, einfach und sicher". Kein Absatz, der den Absatz davor zusammenfasst.
Regeln für dich
Erfinde keine Beispiele, keine Zitate und keine Zahlen. Wenn dir für eine Stelle das Material fehlt, schreib [MATERIAL FEHLT] hin und frag mich. Wenn du einen Text schreibst, öffne dafür Canvas, damit ich einzelne Stellen ändern kann.
Die letzte Zeile verbindet die beiden Funktionen aus diesem Artikel. Ein Projekt, in dessen Anweisung steht, dass Texte in Canvas landen, spart dir bei jedem Text einen Schritt. Mehr Prompts für Aufgaben, die nicht in ein eigenes Projekt gehören, stehen in unserer Sammlung mit ChatGPT-Prompts auf Deutsch.
Wie viele Dateien in ein Projekt passen
Die Zahl der Dateien pro Projekt hängt am Plan: 5 im kostenlosen Plan, 25 in Go und Plus, 40 in Pro, Business, Enterprise und Edu. Diese Staffelung nennt die OpenAI-Hilfe im Abschnitt zu Plänen und Grenzen (abgerufen am 25. September 2026).
| Plan | Preis pro Monat | Dateien pro Projekt |
|---|---|---|
| Free | 0 € | 5 |
| Go | 7,99 € | 25 |
| Plus | 22,99 € inkl. MwSt. | 25 |
| Pro | 102,99 € | 40 |
| Business | 25 $ pro Nutzer, 20 $ bei Jahreszahlung | 40 |
| Enterprise und Edu | individuell | 40 |
Die Tabelle sagt in einem Satz: Wer mit Plus arbeitet, hat 25 Dateien pro Projekt, und das reicht für einen Kunden mit Preisliste, Leistungsbeschreibung, Sprachregeln und ein paar Mustertexten locker. Die Preise sind der Stand September 2026, den Euro-Betrag mit Mehrwertsteuer siehst du im Bezahlvorgang.
Praktisch wird die Grenze aus einem anderen Grund selten erreicht. Zwanzig Dateien in einem Projekt sind schon zu viele, um nachzuvollziehen, woher eine Angabe kommt. Bei uns liegen pro Kunde vier bis sechs Dateien im Ordner, und jede hat einen Namen, der sagt, was drin steht. Wenn eine Datei nach drei Wochen nie gebraucht wurde, kommt sie raus.
Eine Einschränkung, die du kennen solltest: Eine Datei im Projekt ist kein durchsuchbares Archiv. Je mehr du hineinlegst, desto größer die Chance, dass die Antwort aus der falschen Datei kommt. Deshalb lieber eine gepflegte Preisliste als drei Fassungen von letztem Jahr.
Canvas im Detail: markieren, ändern, vergleichen
Canvas hat drei Werkzeuge, die den Unterschied zum Chat machen: eine Stelle markieren und nur die ändern lassen, das Abkürzungs-Menü für Länge und Leseniveau, und die Versionsgeschichte mit dem Vergleich. Alle drei sitzen im Canvas-Fenster selbst, nicht im Chat.
Zuerst der Weg hinein. Du öffnest Canvas auf drei Arten, laut OpenAI-Hilfe: du schreibst "nutze Canvas" mit in deinen Prompt, du tippst /canvas ins Eingabefeld, oder du klickst auf das Plus-Symbol und wählst Canvas. Antworten mit Canvas öffnen dann automatisch das Fenster auf der rechten Seite.
Zum Vergrößern tippen
Die drei Karten sagen in einem Satz: Du markierst eine Stelle und änderst nur die, du holst Länge und Leseniveau über ein Menü statt über einen Prompt, und du gehst über die Pfeile oben durch die Versionen und zurück.
Einzelne Stellen markieren und nur die ändern lassen
Du markierst den Teil des Textes, um den es geht, und bekommst ein Eingabefeld, in dem du sagst, was damit passieren soll. Laut OpenAI-Hilfe markierst du dazu den Text oder nutzt das Symbol für den Absatz-Kommentar, um einen ganzen Absatzblock auszuwählen, und es öffnet sich eine Eingabe, in der du angibst, was in diesem Abschnitt erklärt oder geändert werden soll.
Für den Alltag heißt das: Du liest den Entwurf einmal von oben nach unten und arbeitest die Stellen ab, die dich gestört haben. Absatz vier zu werblich, markieren, "Nimm die Wertung raus, nur was passiert". Die Zahl in Absatz sechs falsch, markieren, "Ersetz 12 durch 8 und pass den Satz an". Nach fünf dieser Eingriffe hast du einen Text, der zu 80 Prozent aus deinem ersten Entwurf besteht und dessen Schwachstellen weg sind.
Der Unterschied zum Chat ist nicht theoretisch. Im Chat schreibst du "der vierte Absatz ist zu werblich" und bekommst den ganzen Text neu. Dabei ändert sich auch der zweite Absatz, weil das Modell den Text als Ganzes erzeugt. Dann liest du alles wieder, findest die neue schwache Stelle und fängst von vorn an. Wir haben 2026 mit Claude und Lovable vier Blog-Systeme eingerichtet und über 80 SEO-Artikel produziert, und die Arbeit an einem einzelnen Textabschnitt war dabei der Vorgang, der am häufigsten anfiel. Wer diesen Vorgang im Chat statt in einem Dokumentfenster macht, liest über den Tag hinweg das Vierfache.
Länge und Ton über das Abkürzungs-Menü ändern
Das Abkürzungs-Menü sitzt unten rechts im Canvas-Fenster und enthält fertige Befehle, für die du keinen Prompt tippen musst. Die OpenAI-Hilfe nennt für Textdokumente diese: Änderungen vorschlagen ("Suggest edits", ChatGPT setzt Vorschläge direkt in den Text), Länge anpassen (kürzt oder verlängert das Dokument), Leseniveau ändern (von Kindergarten bis Hochschulniveau), Feinschliff hinzufügen ("Add final polish", prüft Grammatik, Verständlichkeit und Einheitlichkeit) und Emojis hinzufügen.
Drei davon nutzt man wirklich. "Länge anpassen" ist der Schieber für den Fall, dass ein Newsletter 900 Wörter hat und 600 haben soll. Er nimmt Sätze raus, statt den Text neu zu formulieren, und das Ergebnis klingt danach noch nach dir. "Leseniveau ändern" ist unterschätzt: Wenn dein Text für einen Kunden gedacht ist, der nicht aus deiner Branche kommt, stellst du das Niveau eine Stufe runter und siehst sofort, welche Fachwörter du selbst verwendet hast. "Feinschliff" ist der Durchgang vor dem Abschicken, der Kommafehler und uneinheitliche Schreibweisen findet.
"Änderungen vorschlagen" ist der Befehl mit dem größten Nutzen und dem größten Risiko. Du bekommst Vorschläge im Text und entscheidest je Stelle. Das Risiko ist, dass du aus Bequemlichkeit alle annimmst, und dann hast du einen Text, der glatter klingt als deiner. Wir nutzen den Befehl deshalb nur bei Texten, die keine Stimme brauchen, etwa einer Leistungsbeschreibung. Bei allem, was nach einem Menschen klingen soll, bleibt er aus.
Emojis lassen wir weg. Das ist keine Regel für dich, das ist eine für uns.
Für Code gibt es eigene Befehle, und die OpenAI-Hilfe nennt drei: Code prüfen ("Review code", ChatGPT gibt Verbesserungsvorschläge direkt im Code), Protokollzeilen einfügen ("Add logs", setzt Ausgaben zum Fehlersuchen ein) und Kommentare einfügen ("Add comments", macht den Code lesbarer). Wenn du kein Programmierer bist, ist der mittlere trotzdem interessant: Ein Skript, das bei dir läuft und plötzlich nicht mehr tut was es soll, wird mit eingefügten Protokollzeilen nachvollziehbar, ohne dass du verstehen musst, was in jeder Zeile steht.
Versionen vergleichen und eine alte zurückholen
Über die Pfeile in der oberen Leiste gehst du durch die Versionen deines Dokuments, und du kannst eine frühere Fassung wiederherstellen. Laut OpenAI-Hilfe navigierst du die Versionen deiner Canvas oder deines Codes über die Versionsgeschichte mit den Pfeilen in der oberen Werkzeugleiste, siehst frühere Fassungen und kannst sie wiederherstellen. Zusätzlich zeigt der Knopf "Show changes" in derselben Leiste die Unterschiede zwischen den Fassungen.
Das ist der Teil, der die Angst vor dem Überarbeiten wegnimmt. Wenn du weißt, dass du zwei Klicks vom Zustand vor zehn Minuten entfernt bist, probierst du auch die Änderung aus, bei der du nicht sicher bist. Ohne Versionen kopiert man den Text vorher in eine Notiz-App, und das macht niemand.
Der Vergleich über "Show changes" hat einen zweiten Nutzen, den wir erst nach ein paar Wochen gesehen haben: Du lernst daran, was das Modell mit deinem Text macht, wenn du es machen lässt. Nach fünf Vergleichen siehst du das Muster. Bei uns war es immer dasselbe: Nebensätze werden zu eigenen Sätzen, konkrete Zahlen werden zu Mengenangaben, und jeder Absatz bekommt am Ende einen Satz, der den Absatz zusammenfasst. Wer das Muster kennt, schreibt es in die Verbotsliste seiner Projekt-Anweisung, und danach passiert es nicht mehr.
Projekt und Canvas zusammen: der Ablauf an einem normalen Vormittag
Der Ablauf hat vier Schritte: Projekt öffnen, Aufgabe mit Material stellen, Entwurf in Canvas überarbeiten, fertigen Text kopieren. So sieht das bei einer Newsletter-Ausgabe aus.
Du öffnest das Projekt "Newsletter". Die Anweisung mit deinen Sprachregeln und deiner Verbotsliste ist schon da, die zwei Musterausgaben liegen als Dateien im Ordner. Du stellst die Aufgabe: Thema, drei Notizen, eine Zahl aus der letzten Woche. Dazu der Satz, dass der Entwurf in Canvas soll.
Der Entwurf öffnet sich rechts. Du liest ihn einmal durch und markierst vier Stellen: eine Zahl, die falsch übernommen wurde, einen Absatz, der zu allgemein ist, einen Satz, der eine Behauptung ohne Beleg enthält, und den Schluss. Vier kurze Eingaben, vier gezielte Änderungen. Dann ein Durchgang mit "Länge anpassen", weil die Ausgabe 200 Wörter zu lang ist, und einer mit "Feinschliff". Insgesamt sieben Eingriffe, keiner davon ein neu geschriebener Text.
Die Reihenfolge, die wir in oh.my.Claude vermitteln, geht in dieselbe Richtung: erst die Oberfläche kennen, dann Projekte ordentlich anlegen, dann die Werkzeuge darin. Wer bei Schritt drei anfängt und mit Canvas experimentiert, ohne ein Projekt zu haben, tippt seinen Kontext weiter jeden Morgen neu und wundert sich, dass die Entwürfe immer noch nicht nach ihm klingen.
Vorlagen in ChatGPT: was es gibt und was du selbst anlegst
ChatGPT hat keine Vorlagen-Bibliothek, aus der du ein fertiges Dokument ziehst, und das ist auch nicht nötig, weil ein Projekt mit einer festen Anweisung genau das leistet. Wer nach ChatGPT-Vorlagen sucht, sucht in der Regel eine von drei Sachen.
Erstens eine Vorlage für den Prompt. Das ist ein Text mit Platzhaltern, den du kopierst und ausfüllst. Vierzig davon für den Unternehmeralltag stehen in unserer Sammlung mit ChatGPT-Prompts auf Deutsch, und die Form, nach der sie geschrieben sind, steht im Artikel zum guten Prompt.
Zweitens eine Vorlage für das Ergebnis, also ein Angebot, eine Rechnung, ein Protokoll in fester Form. Diese Vorlage legst du als Datei in ein Projekt und schreibst in die Anweisung, dass jedes Ergebnis dieser Form folgt. Das ist der Weg, mit dem die drei Anweisungen oben arbeiten.
Drittens eine Vorlage für die Arbeitsweise, also "so antwortest du mir immer". Das sind die Projekt-Anweisung und, eine Stufe darüber, die allgemeinen Anweisungen in deinen ChatGPT-Einstellungen. Die allgemeinen Anweisungen gelten in jedem Chat, die Projekt-Anweisung nur im Ordner. Wenn du beides nutzt, gehört alles Persönliche nach oben (dein Beruf, dein Ton) und alles Aufgabenbezogene ins Projekt (die Struktur, die Verbote, die Dateien).
Ein Canvas-Dokument selbst ist übrigens auch eine Vorlage, wenn du es so nutzt. Du kannst eine Canvas teilen, und das listet OpenAI für alle Pläne. Wir legen für wiederkehrende Sachen ein Dokument an, in dem das Gerüst mit Platzhaltern steht, und starten davon aus. Das spart den Teil, an dem man über die Reihenfolge nachdenkt.
Wann ein Projekt die falsche Antwort ist
Ein Projekt ist die falsche Antwort, wenn die Aufgabe einmalig ist, wenn sie von mehreren Leuten in gleicher Form gebraucht wird, oder wenn sie nur eine Handvoll fester Regeln braucht und keine Dateien. Für diese drei Fälle gibt es bessere Werkzeuge.
Zum Vergrößern tippen
Die vier Zeilen sagen in einem Satz: Je öfter eine Aufgabe wiederkommt und je mehr eigenes Material sie braucht, desto weiter rutschst du von unten nach oben, und sobald andere Leute dieselbe Aufgabe erledigen sollen, wird daraus ein Custom GPT.
Einmalige Aufgabe. Eine Recherche, eine Übersetzung, eine Frage zu einer Rechnung. Dafür brauchst du keinen Ordner. Wer für jede Aufgabe ein Projekt anlegt, hat nach drei Monaten 40 Ordner und findet nichts.
Feste Regeln ohne Dateien. Wenn du nur willst, dass ChatGPT dich duzt, kurz antwortet und drei Wörter nicht benutzt, gehört das in die gespeicherten Anweisungen in deinen Einstellungen. Die gelten überall, auch in Chats, die du aus der App startest, und du pflegst sie an einer Stelle. Ein Projekt wäre hier der größere Aufwand ohne Gegenwert.
Mehrere Leute, dieselbe Aufgabe. Hier kommt der Custom GPT ins Spiel. Ein Custom GPT ist eine eigene Fassung von ChatGPT, die du einmal einrichtest, mit Anweisung, Dateien und einem Namen, und die du dann weitergibst. Deine Mitarbeiterin öffnet ihn und muss nichts über die Anweisung dahinter wissen. Ein Projekt gehört dir, ein Custom GPT ist zum Weitergeben gemacht. Wie du einen einrichtest, steht Schritt für Schritt im Artikel Custom GPT erstellen.
Die Grenze dazwischen lässt sich an einer Frage festmachen: Arbeitest du selbst darin oder soll jemand anders es benutzen? Alles, was du selbst täglich anfasst und laufend anpasst, ist ein Projekt. Alles, was fertig sein und von anderen benutzt werden soll, ist ein Custom GPT. Und alles, was nur Ton und Form betrifft, ist eine gespeicherte Anweisung.
Ein vierter Fall gehört dazu, auch wenn er nicht in die Grafik passt: Wenn du eine Sache nur deshalb ins Projekt legen willst, damit ChatGPT sie nicht vergisst, prüf vorher, ob sie in eine Datei auf deinem Rechner gehört. Ein Projekt ist kein Ablagesystem. Preise, Verträge und Kundenstammdaten leben in deinen eigenen Dateien, und ins Projekt kommt die Fassung, mit der gearbeitet wird.
Geteilte Projekte im Team und was das kostet
Geteilte Projekte gibt es ab dem Business-Plan, und der kostet 25 $ pro Nutzer im Monat oder 20 $ bei Jahreszahlung, ab 2 Personen. In der Euro-Suche vom 22. September 2026 lagen die Endpreise bei 29 bis 34 € pro Nutzer im Monat inklusive Mehrwertsteuer (Stand September 2026, den genauen Betrag siehst du im Bezahlvorgang).
Was der Plan an dieser Stelle bringt: Ein Projekt, in dem mehrere Leute arbeiten, mit einer gemeinsamen Anweisung und gemeinsamen Dateien. Die Rechte dazu sind gestaffelt. Laut OpenAI-Hilfe können nur Projekt-Eigentümer Mitarbeitende einladen oder entfernen. Mitglieder können Projektmitglieder hinzufügen und entfernen, Zugriffsrechte setzen, neue Chats anlegen, Dateien hinzufügen und entfernen und bestehende Chats in das Projekt holen. In der Verwaltung gibt es außerdem rollenbasierte Rechte dafür, wer Projekte anlegen und verwalten darf und wer sie teilen darf.
Zwei Sachen daran sind für ein kleines Team wichtig. Erstens: Das Projekt-Gedächtnis bleibt projektbezogen, OpenAI nennt das ausdrücklich als Schutz dafür, dass sensible Daten im Projekt bleiben. Zweitens: Im Business-Plan trainiert OpenAI standardmäßig nicht auf den Daten des Unternehmens, dazu kommen Single Sign-on und eine Verwaltungsoberfläche. Was der Plan sonst kann und für wen er sich ab welcher Teamgröße rechnet, steht im Artikel zu ChatGPT Business.
Die Rechnung für ein Team von drei Leuten: 3 mal etwa 30 € im Monat sind rund 90 € im Monat gegenüber 3 mal 22,99 € für einzelne Plus-Konten, also etwa 69 €. Der Unterschied sind rund 21 € im Monat für geteilte Projekte, zentrale Verwaltung und die Zusage zum Training. Wenn in deinem Team zwei Leute regelmäßig an denselben Texten arbeiten, ist das der günstigste Teil des Tages. Wenn jeder für sich arbeitet, sind drei Plus-Konten völlig ausreichend, und du sparst die Verwaltung.
Eine Sache, die wir Teams mit zwei oder drei Leuten mitgeben: Ein geteiltes Projekt braucht eine Regel dafür, wer die Anweisung ändert. Ohne diese Regel schreibt jeder seine Vorlieben hinein, und nach vier Wochen steht dort ein Text mit Widersprüchen. Ein Satz reicht: Die Anweisung ändert eine Person, alle anderen schreiben Änderungswünsche in einen Chat im Projekt.
Die häufigsten Fehler mit Projekten und Canvas
Die vier Fehler, die wir am häufigsten sehen: ein Projekt ohne Anweisung, ein Projekt für alles, Canvas als bessere Textbox ohne Markieren, und der Griff zum Chat, obwohl der Text schon in Canvas liegt.
Projekt ohne Anweisung. Ein Ordner mit Chats darin nimmt dir nichts ab. Die Ersparnis kommt aus der Anweisung, die du nicht mehr tippst. Wer nur den Ordner anlegt, tippt weiter jeden Morgen seine halbe Seite Kontext und merkt nach zwei Wochen, dass Projekte nichts ändern. Die acht Minuten für die Anweisung sind der ganze Unterschied.
Ein Projekt für alles. Ein Projekt namens "Arbeit", in dem drei Kunden, der Newsletter und die Steuerfragen liegen, hebt den Vorteil des projektbezogenen Gedächtnisses auf. Genau die Trennung, für die es gedacht ist, fällt weg. Die Faustregel, die bei uns funktioniert: Eigene Sprachregeln, eigene Zielgruppe oder eigene Dateien bedeuten eigenes Projekt. Alles andere kann im normalen Chat bleiben.
Canvas ohne Markieren. Manche öffnen Canvas und schreiben dann trotzdem im Chat "mach den vierten Absatz kürzer". Dann bekommst du das Dokument komplett neu, und der Vorteil ist weg. Der ganze Punkt von Canvas ist der markierte Abschnitt. Wenn du im Chat tippst statt zu markieren, ist Canvas nur eine andere Ansicht auf dasselbe Problem.
Kein Blick in die Versionen. Wer einen Text in Canvas zehn Minuten überarbeitet und dann merkt, dass die Fassung von vorhin besser war, sucht sie im Chat-Verlauf. Die alte Fassung steht aber in der Versionsgeschichte, zwei Klicks über den Pfeilen oben. Mit "Show changes" siehst du dazu, was sich geändert hat.
Ein fünfter Punkt ist kein Fehler. Es ist eine Erwartung, die enttäuscht wird: Ein Projekt macht die Antworten nicht klüger. Es macht sie passender. Wer mit einem Projekt hofft, bessere Ideen zu bekommen, wird das nicht bekommen. Was er bekommt, ist ein Entwurf, der seine Struktur hat, seine Preise nennt und seine verbotenen Wörter weglässt. Das klingt kleiner, als es ist, weil genau daran sonst die Zeit hängt.
ChatGPT ist eine Marke von OpenAI. KI.ohne.Team steht in keiner Verbindung zu OpenAI und wird nicht von OpenAI unterstützt.
Fazit
Ein Projekt nimmt dir die Vorrede ab, Canvas nimmt dir das Neuschreiben ab, und beide liegen zwei Klicks entfernt in der Oberfläche, die du sowieso offen hast. Wenn du diese Woche eine Sache umsetzt, dann die Projekt-Anweisung für die Aufgabe, die bei dir am häufigsten wiederkommt, plus die Zeile, dass Texte in Canvas landen. Für alles, was andere Leute in gleicher Form erledigen sollen, ist ein Custom GPT der bessere Ort, und für alles, was nur Ton betrifft, reichen die gespeicherten Anweisungen. Geteilte Projekte kosten ab dem Business-Plan 25 $ pro Nutzer im Monat, und das lohnt sich ab dem Punkt, an dem zwei Leute an denselben Texten arbeiten.
Häufige Fragen
Was ist Canvas bei ChatGPT?
Canvas ist ein Dokumentfenster, das sich rechts neben dem Chat öffnet und deinen Text oder deinen Code enthält. Du markierst eine Stelle, sagst was daran anders soll, und nur diese Stelle ändert sich. Dazu gibt es ein Abkürzungs-Menü unten rechts mit fertigen Befehlen für Länge, Leseniveau und Feinschliff sowie eine Versionsgeschichte über die Pfeile in der oberen Leiste. Das Teilen einer Canvas listet OpenAI für alle Pläne, also auch für den kostenlosen.
Wie öffne ich Canvas in ChatGPT?
Auf drei Wegen: Du schreibst "nutze Canvas" mit in deinen Prompt, du tippst /canvas ins Eingabefeld, oder du klickst auf das Plus-Symbol neben dem Eingabefeld und wählst Canvas. Antworten mit Canvas öffnen dann automatisch ein Fenster auf der rechten Seite mit dem angeforderten Inhalt. Stand: 25. September 2026, Quelle ist die OpenAI-Hilfe.
Was ist ein Projekt in ChatGPT?
Ein Projekt ist ein Ordner, der zusammengehörende Chats, Dateien und eine feste Anweisung zusammenhält. Die Anweisung gilt in jedem Chat innerhalb des Ordners, die Dateien stehen dort bereit, und das Gedächtnis des Projekts ist auf das Projekt beschränkt. Für einen Selbstständigen mit mehreren Kunden heißt das: Der Kontext von Kunde A läuft nicht in die Texte für Kunde B.
Wie viele Dateien kann ich in ein ChatGPT-Projekt laden?
Laut OpenAI-Hilfe 5 Dateien im kostenlosen Plan, 25 in Go und Plus und 40 in Pro, Business, Enterprise und Edu (abgerufen am 25. September 2026). In der Praxis reichen vier bis sechs gepflegte Dateien pro Projekt, weil bei zwanzig Dateien schwer nachvollziehbar wird, aus welcher eine Angabe kommt.
Was kostet ChatGPT für ein Team?
Der Business-Plan kostet 25 $ pro Nutzer im Monat, 20 $ pro Nutzer bei Jahreszahlung, und geht ab 2 Personen. In der Euro-Suche vom September 2026 lagen die Endpreise bei 29 bis 34 € pro Nutzer im Monat inklusive Mehrwertsteuer. Enthalten sind geteilte Projekte, Single Sign-on, eine Verwaltungsoberfläche und die Zusage, dass standardmäßig nicht auf den Firmendaten trainiert wird. Einzelne Plus-Konten kosten 22,99 € im Monat inklusive Mehrwertsteuer, haben aber keine geteilten Projekte.
Was ist der Unterschied zwischen einem Projekt und einem Custom GPT?
Ein Projekt ist dein Arbeitsordner: Du arbeitest selbst darin, passt die Anweisung laufend an und legst deine Dateien hinein. Ein Custom GPT ist eine eigene Fassung von ChatGPT, die du einmal einrichtest und weitergibst, damit andere Leute dieselbe Aufgabe in derselben Form erledigen. Die Entscheidungsfrage lautet: Arbeitest du selbst darin oder soll jemand anders es benutzen?
Gibt es Vorlagen in ChatGPT?
Eine Vorlagen-Bibliothek mit fertigen Dokumenten gibt es nicht. Die drei Sachen, die Leute meinen, gibt es alle: Prompt-Vorlagen mit Platzhaltern, die du kopierst, Ergebnis-Vorlagen als Datei im Projekt, auf die die Projekt-Anweisung verweist, und Vorlagen für die Arbeitsweise, also die Projekt-Anweisung selbst plus die gespeicherten Anweisungen in den Einstellungen. Ein geteiltes Canvas-Dokument mit einem Gerüst aus Platzhaltern erfüllt denselben Zweck.
Brauche ich Plus für Projekte und Canvas?
Beides gibt es auch ohne Plus, mit engeren Grenzen. Im kostenlosen Plan passen 5 Dateien in ein Projekt, und das Nachrichtenvolumen liegt laut Stand September 2026 bei etwa 10 Nachrichten pro 5 Stunden. Das Teilen einer Canvas listet OpenAI für alle Pläne. Wer täglich arbeitet, kommt mit dem kostenlosen Volumen nicht weit, für einen ersten Testlauf mit einem Projekt reicht es.
Was bei uns jede Woche in die Prompt-Datenbank wandert
Die Projekt-Anweisungen oben sind der Stand von Ende Oktober 2026, und bei uns ändert sich an solchen Texten jede Woche eine Zeile, weil beim letzten Durchlauf etwas gefehlt hat. Meistens ist es ein Verbot: ein Wort, das in drei Entwürfen hintereinander aufgetaucht ist, oder ein Satzmuster, das man nach dem fünften Mal nicht mehr lesen kann. In der Prompt-Datenbank liegen die Fassungen, die bei uns tatsächlich im Einsatz sind, mit den Platzhaltern zum Ausfüllen und mit den Zeilen, die nachträglich dazugekommen sind. Im Newsletter schreiben wir dazu, welche Zeile neu ist und warum. Alle Artikel zur Frage, welches Werkzeug für welche Aufgabe passt, sammelt der Überblick zu den KI-Tools.
Weniger selber machen.
Fertige KI-Systeme, jede Woche neue, plus Unternehmer die damit arbeiten. Schau dir an, was drin ist.
Weniger selber machen →Führt mit Daniel Walter mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team. Baut die Agenten und Workflows, die die Community nutzt, und schreibt hier auf, was davon im Alltag hält.


