Welche KI schreibt die besten Texte? Woran du es selbst prüfst
Teil des GuidesWelche KI ist die beste für Selbstständige?Zum Guide →
Die beste KI für Texte ist die, die nach 3 Runden mit deinen eigenen Texten als Vorlage am nächsten an deiner Schreibweise landet, und das kannst nur du selbst herausfinden, weil das Ergebnis an deinen Texten hängt. Jede Rangliste im Netz misst etwas anderes als das, was du brauchst. Sie misst, wie ein Modell auf einen fremden Auftrag reagiert, bei einem Thema, das nicht dein Thema ist, in einer Sprache, die oft Englisch ist.
Wir führen mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team und schreiben jede Woche Newsletter, Artikel, Angebote und Posts. Was wir dabei gelernt haben, steht unten als Verfahren, das du in 45 Minuten durchläufst. Du brauchst dafür drei kostenlose Konten, fünf eigene Texte und ein Blatt Papier.
Das Ergebnis ist bei uns immer dasselbe gewesen: Zwischen den drei großen Werkzeugen liegt weniger Unterschied als zwischen einem hingeworfenen und einem ordentlichen Auftrag. Wer den ersten Satz seines Auftrags ändert, bekommt einen anderen Text als jemand, der das Werkzeug wechselt. Deshalb steht der Auftrag in diesem Artikel im Mittelpunkt und nicht die Frage, welcher Anbieter gerade in irgendeinem Test vorn liegt.
// Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keine allgemein beste KI für Texte. Es gibt ein Verfahren, mit dem du in 45 Minuten deine eigene Antwort bekommst: derselbe Auftrag an 3 Werkzeuge, dieselben 5 eigenen Texte als Vorlage, 5 Kriterien zum Bewerten.
- Die 5 Kriterien: Klingt es nach mir? Stimmen die Fakten? Ist es kürzer als nötig? Stehen Floskeln drin? Würde ich das so abschicken?
- Der Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Auftrag ist größer als der Unterschied zwischen den Werkzeugen. Wir zeigen dasselbe Thema mit beiden Varianten.
- Als Vorlage reichen 5 bis 8 eigene Texte, wenn sie aus derselben Textsorte kommen und du sie selbst gut findest. Mehr schlechte Texte machen das Ergebnis schlechter.
- Deutsche KI-Texte verraten sich an einer überschaubaren Liste von Floskeln. Wir lassen jeden Artikel vor dem Einspielen durch ein kleines Prüfskript mit 17 Mustern laufen.
- Für den Test kostet dich nichts etwas. Die kostenlosen Pläne von Claude, ChatGPT und Gemini reichen für 3 Runden. Ein Abo kostet danach zwischen 20 Dollar und 22,99 Euro im Monat. Stand: 25. September 2026.
Was heißt "beste KI für Texte" überhaupt?
Die Frage nach der besten KI für Texte meint in der Praxis drei verschiedene Dinge, und wer sie nicht trennt, bekommt immer die falsche Antwort. Das erste ist Sprachqualität: richtige Grammatik, natürliche Satzstellung, passende Wörter. Das zweite ist Treffsicherheit: hält sich das Werkzeug an das, was du aufgeschrieben hast. Das dritte ist die Übereinstimmung mit deiner Schreibweise: liest sich der Text wie von dir.
Bei der reinen Sprachqualität sind Claude, ChatGPT und Gemini im Deutschen alle drei auf einem Stand, an dem du keinen Grammatikfehler mehr findest. Das war 2023 noch anders. Wer heute einen dieser drei mit einer normalen Aufgabe füttert, bekommt sauberes Deutsch. An dieser Stelle lohnt kein Vergleich mehr.
Bei der Treffsicherheit fangen die Unterschiede an, und sie hängen weniger am Werkzeug als an der Länge und Genauigkeit deiner Anweisung. Ein Auftrag mit 8 Sätzen Vorgabe wird von allen drei ähnlich gut umgesetzt. Ein Auftrag mit einer halben Zeile wird von allen drei frei interpretiert, jeweils in eine andere Richtung.
Bei der Übereinstimmung mit deiner Schreibweise entscheidet fast nur eins: ob das Werkzeug deine eigenen Texte kennt und dauerhaft behält. Genau hier liegt der Punkt, an dem sich die Anbieter tatsächlich unterscheiden. Nicht in der Textqualität, in der Umgebung drumherum. Wer seine Vorlagen in einem Projekt ablegen kann, das bei jeder Anfrage mitgeladen wird, muss sie nicht jedes Mal neu einfügen.
Wenn du also fragst, welche KI die besten Texte schreibt, fragst du in Wahrheit: welches Werkzeug bringt meinen Text am schnellsten dahin, wo ich ihn ohne Nacharbeit abschicken würde. Das ist eine Frage, die sich messen lässt, und dafür brauchst du keinen Benchmark, du brauchst deine letzten 5 Texte.
Warum ein Test mit deinen eigenen Texten mehr sagt als jede Rangliste
Ein Test mit deinen eigenen Texten misst genau die Aufgabe, die du morgen wieder hast, und eine Rangliste im Netz misst eine Aufgabe, die dir nie gestellt wird. Das ist der ganze Unterschied, und er ist groß genug, dass wir keine Rangliste mehr lesen.
Die meisten Vergleiche, die bei Google auf den ersten Plätzen stehen, arbeiten mit Aufgaben wie "schreibe einen Blogartikel über Nachhaltigkeit" oder "formuliere eine Produktbeschreibung für Kopfhörer". Solche Aufgaben haben keinen Absender. Jedes Werkzeug antwortet darauf mit dem Durchschnitt aus allem, was es zu dem Thema gelesen hat. Das Ergebnis ist bei allen drei ähnlich brauchbar und bei allen drei gleich austauschbar.
Deine echte Aufgabe sieht anders aus. Sie heißt: schreibe die Nachfass-Mail an einen Kunden, mit dem ich vor 3 Wochen telefoniert habe, in meinem Ton, mit Bezug auf das Angebot, das er noch nicht unterschrieben hat. Für diese Aufgabe zählt, ob das Werkzeug dein Angebot kennt, deinen Ton kennt und weiß, wie du normalerweise nachfasst. Keine Rangliste im Netz testet das.
Dazu kommt ein zweiter Punkt: Die Modelle werden alle paar Monate ausgetauscht. Stand 25. September 2026 heißen sie bei Anthropic Claude Fable 5.1, Claude Opus 5, Claude Sonnet 5 und Claude Haiku 4.5, bei OpenAI GPT-5.5 Instant, GPT-5.6 Sol und GPT-6 Astra, bei Google Gemini 3.1 Pro und Gemini 3.6 Flash. Ein Vergleichstest vom Frühjahr misst Modelle, die es nicht mehr gibt. Ein Verfahren, das du selbst anwendest, gilt weiter, weil du es mit den Modellen von heute durchläufst.
Der dritte Punkt ist der, der uns am meisten Zeit gespart hat: Ein eigener Test beantwortet nebenbei die Frage, wie gut deine Vorlagen sind. Wenn alle drei Werkzeuge mit derselben Vorlage denselben blassen Text abliefern, liegt es an der Vorlage. Das siehst du in der Rangliste nie, in deinem eigenen Durchgang nach 20 Minuten.
Wie du den Test in 45 Minuten durchläufst
Der Test hat 5 Schritte, und du brauchst dafür drei kostenlose Konten, fünf eigene Texte, eine echte Aufgabe aus deinem Alltag und ein Blatt Papier für die Bewertung. Rechne mit 45 Minuten für den ersten Durchgang und mit 15 Minuten für jeden weiteren.
Schritt 1: die Aufgabe festlegen. Nimm eine Textsorte, die bei dir jede Woche anfällt. Eine Nachfass-Mail, ein LinkedIn-Post, ein Abschnitt für eine Angebotsseite, eine Antwort auf eine Kundenanfrage. Nimm keine Aufgabe, die du zum ersten Mal machst, weil du dann nicht beurteilen kannst, ob das Ergebnis gut ist.
Schritt 2: die Vorlage zusammenstellen. Sammle 5 bis 8 eigene Texte derselben Sorte, die du selbst gut findest. Kopiere sie in eine einzige Datei, ohne Kommentare, ohne Erklärungen. Diese Datei geht unverändert an alle drei Werkzeuge.
Schritt 3: den Auftrag einmal schreiben. Der Auftrag wird einmal geschrieben und dreimal identisch verschickt. Keine Anpassung an das jeweilige Werkzeug, keine Verbesserung zwischendurch. Wer beim zweiten Werkzeug nachschärft, vergleicht nichts mehr.
Schritt 4: drei Runden durchlaufen. Runde 1 ist der Auftrag ohne Vorlage. Runde 2 ist derselbe Auftrag mit der Vorlage. Runde 3 ist derselbe Auftrag mit Vorlage plus einer Korrektur-Anweisung aus dem, was dir in Runde 2 aufgefallen ist. Drei Runden mal drei Werkzeuge sind 9 Texte.
Schritt 5: bewerten und aufschreiben. Jeder der 9 Texte bekommt die 5 Kriterien aus dem nächsten Abschnitt, je 0 bis 2 Punkte. Schreib die Punkte auf, nicht ins Gedächtnis. Nach 9 Texten weißt du sonst nicht mehr, welcher welcher war.
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Der Test besteht also aus 5 Schritten und dauert 45 Minuten: Aufgabe festlegen, Vorlage sammeln, Auftrag einmal schreiben, drei Runden durchlaufen, mit 5 Kriterien bewerten. Am Ende hast du 9 Texte und 9 Punktzahlen.
Welchen Auftrag du an alle drei Werkzeuge schickst
Der Auftrag besteht aus 6 festen Teilen, und er ist bei allen drei Werkzeugen Wort für Wort derselbe. Wer hier improvisiert, vergleicht am Ende seine eigene Tagesform und nicht die Werkzeuge.
Die 6 Teile sind: Rolle und Lage, die konkrete Aufgabe, der Leser, die Länge, die Vorlage, die Sperrliste. In dieser Reihenfolge. Das ist kein Geheimrezept, das ist die kürzeste Form, mit der wir bei allen drei Anbietern brauchbare erste Entwürfe bekommen.
Ein Beispiel für eine Nachfass-Mail, das du direkt übernehmen und anpassen kannst:
Ich bin selbstständige Beraterin für Personalthemen und arbeite allein. Schreib die zweite Nachfass-Mail an eine Interessentin, mit der ich am 12. September telefoniert habe und die mein Angebot über 4.800 Euro seit 2 Wochen liegen hat. Sie hat im Gespräch gesagt, dass sie die Entscheidung mit ihrem Geschäftsführer abstimmen muss. Die Mail geht an sie direkt, nicht an den Geschäftsführer. Länge: maximal 120 Wörter, 3 Absätze, eine Frage am Ende. Unten stehen 6 Mails, die ich selbst geschrieben habe. Übernimm daraus Satzlänge, Anrede und Abschluss. Verwende keine dieser Wörter: zeitnah, Rückmeldung, unverbindlich, Mehrwert. Stell mir zuerst zwei Fragen, wenn dir etwas fehlt.
An diesem Auftrag ist nichts elegant, und genau das ist der Punkt. Er nennt die Lage, das Datum, die Summe, den Einwand, die Empfängerin, die Länge und 4 verbotene Wörter. Ein Werkzeug, das damit keinen brauchbaren Entwurf abliefert, hat ein echtes Problem. Alle drei liefern damit einen brauchbaren Entwurf.
Der letzte Satz ist der, den die meisten weglassen. Wenn du dem Werkzeug erlaubst, zuerst Fragen zu stellen, bekommst du bei komplexeren Aufgaben einen deutlich besseren zweiten Versuch. Bei einer Nachfass-Mail fragt meistens keins der drei nach. Bei einem Angebotstext fragen alle drei, und die Fragen sind oft die, die du selbst noch nicht beantwortet hattest.
Wie ein Auftrag im Einzelnen aussieht, welche Reihenfolge funktioniert und welche Teile du weglassen kannst, steht ausführlich in unserem Artikel über einen guten Prompt. Eine Sammlung fertiger deutscher Anweisungen für wiederkehrende Aufgaben findest du unter ChatGPT Prompts auf Deutsch.
Welche fünf Kriterien du zum Bewerten nimmst
Jeder der 9 Texte bekommt 5 Kriterien mit je 0 bis 2 Punkten, also maximal 10 Punkte. Die Kriterien sind absichtlich grob, weil eine feinere Skala bei 9 Texten nur Arbeit macht und keine klarere Antwort bringt.
Erstes Kriterium: Klingt es nach mir? 2 Punkte, wenn du den Text ohne Änderung als deinen ausgeben würdest. 1 Punkt, wenn zwei bis drei Sätze umgeschrieben werden müssen. 0 Punkte, wenn du nach dem dritten Satz merkst, dass das nicht deine Sprache ist. Dieses Kriterium ist das wichtigste, weil es das einzige ist, das kein Vergleichstest im Netz für dich messen kann.
Zweites Kriterium: Stimmen die Fakten? 2 Punkte, wenn jede Zahl, jedes Datum und jeder Name aus deinem Auftrag korrekt übernommen ist. 1 Punkt für einen Fehler. 0 Punkte für zwei oder mehr, oder für eine Angabe, die im Auftrag gar nicht stand. Das Letzte ist der gefährlichste Fall, weil es sich flüssig liest. Bei der Beispielmail oben ist die Summe von 4.800 Euro der Prüfstein: Wenn daraus 4.500 Euro werden, hast du das gefunden, wonach du suchst.
Drittes Kriterium: Ist es kürzer als nötig? 2 Punkte, wenn der Text kürzer ist als deine Vorgabe. 1 Punkt, wenn er die Vorgabe genau einhält. 0 Punkte, wenn er darüber liegt. Das klingt streng und ist der schnellste Weg, ein aufgeblasenes Modell zu erkennen. Alle drei Anbieter neigen dazu, jeden Gedanken zweimal zu sagen, einmal als Aussage und einmal als Zusammenfassung am Absatzende.
Viertes Kriterium: Stehen Floskeln drin? 2 Punkte für null Treffer aus der Liste im nächsten Abschnitt. 1 Punkt für einen oder zwei. 0 Punkte für drei und mehr. Zähl wirklich, schätz nicht. Das dauert 30 Sekunden pro Text und ist das Kriterium, bei dem sich die Runden 1 und 2 am deutlichsten unterscheiden.
Fünftes Kriterium: Würde ich das so abschicken? 2 Punkte für ja, 1 Punkt für ja nach einer Korrektur, 0 Punkte für nein. Dieses Kriterium überschneidet sich absichtlich mit dem ersten. Es fragt nach dem Gefühl beim letzten Durchlesen, und das ist bei Texten, die unter deinem Namen rausgehen, eine eigene Information.
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Jeder Text bekommt also maximal 10 Punkte aus 5 Fragen, und ab 8 Punkten geht er bei uns ohne Nacharbeit raus. Texte mit 5 oder 6 Punkten sind der Normalfall in Runde 1, und das ist kein schlechtes Zeichen, das ist der Ausgangspunkt.
Den Bewertungsbogen, die 6 Teile des Auftrags und die Floskel-Liste schicken wir jede Woche mit dem raus, was bei uns gerade funktioniert und was nicht.
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An welchen deutschen Floskeln du einen Maschinentext sofort erkennst
Deutsche KI-Texte verraten sich an einer überschaubaren Liste von Formulierungen, und wer diese Liste im Kopf hat, erkennt einen unbearbeiteten Entwurf in unter 10 Sekunden. Wir lassen jeden Artikel vor dem Einspielen durch ein kleines Prüfskript laufen, das gegen 17 solcher Muster testet und den Artikel blockiert, solange ein Treffer offen ist.
Die Ankündigung statt der Aussage. Sätze, die sagen, was jetzt kommt, statt es zu sagen: "In diesem Artikel erfährst du", "Lass uns eintauchen", "Werfen wir einen Blick auf", "Kommen wir zum Punkt". Sie kosten eine Zeile und bringen nichts. Streichen und direkt anfangen.
Der Ankündigungs-Doppelpunkt am Absatzanfang. Kurze Sätze mit Doppelpunkt, die sich als Enthüllung ausgeben: "Die Wahrheit ist:", "Das Problem dabei:", "Mein Rat:", "Die Realität:". Der Satz danach ist meistens gut. Der Anlauf davor ist der Verräter.
Die Verneinungs-Formel. Erst wird gesagt, was es nicht ist, dann kommt das, was es ist: "Es geht nicht um das Werkzeug. Es geht um den Auftrag." Oder als Diagnose: "Es liegt nicht daran, dass du zu wenig schreibst. Es liegt daran, dass niemand antwortet." Dieselbe Formel gibt es als Ein-Satz-Version mit einem Gegensatz-Bindewort in der Mitte. Unser Prüfskript findet genau dieses Bindewort und blockiert den Text, deshalb steht es hier nicht als Beispiel. Die Formel ist das häufigste deutsche KI-Muster von allen.
Die Umkehrung im zweiten Satz. Zwei kurze Sätze, von denen der zweite den ersten aufhebt: "Klingt vernünftig. Ist aber ein Denkfehler." Oder "Sieht aus wie ein Problem mit dem Text. Ist eins mit dem Auftrag." Das liest sich beim ersten Mal klug und beim vierten Mal wie eine Maschine.
Dreier-Reihungen und symmetrische Sätze. "Schnell, einfach und sicher." "Mehr Zeit, mehr Ruhe, mehr Umsatz." Drei gleich geformte Teile hintereinander sind im Deutschen fast immer ein Maschinen-Reflex. Zwei reichen, oder einer, der stimmt.
Hohlwörter. Abstrakte Nomen, die einen Nutzen versprechen und keine Handlung nennen: "Sichtbarkeit", "Klarheit", "Potenzial", "Mindset", "Effizienz", "auf das nächste Level". Der Test dafür ist eine Frage: Woran würde man es merken? Wenn du die Frage nicht beantworten kannst, hat der Satz keinen Inhalt.
Superlative aus dem Marketing-Kasten. "Game-Changer", "revolutionär", "bahnbrechend", "disruptiv". Kein Mensch sagt das über sein eigenes Angebot, ohne rot zu werden.
Autoritäts-Floskeln. "Am Ende des Tages", "Die eigentliche Frage ist", "Im Kern geht es um", "Was wirklich zählt", "Der springende Punkt ist". Sie kündigen Tiefe an, die im nächsten Satz nicht kommt.
Die Aphorismus-Formel. "Daten sind das neue Öl." "Vertrauen ist die Währung des Verkaufs." Ein Satz, der wie ein Zitat klingt und beim Nachdenken nichts sagt.
Höflichkeits-Füller. "Gerne", "einfach mal", "natürlich", "selbstverständlich" mitten im Satz. Im Gespräch normal, im geschriebenen Text Luft.
Falsche Zeichen. Der lange Gedankenstrich und die geschweiften Anführungszeichen unten und oben. Beide kommen aus dem Trainingsmaterial und beide schreibt kaum jemand von Hand auf einer deutschen Tastatur. Bei uns sind sie in jedem Text verboten, ersetzt durch einfachen Bindestrich und gerade Anführungszeichen.
Der Fazit-Satz am Absatzende. Jeder Absatz endet mit einem Satz, der den Absatz zusammenfasst. Einmal ist das gute Führung, viermal in Folge ist es ein Muster. Streich den letzten Satz jedes zweiten Absatzes und lies nochmal. Meistens fehlt nichts.
Die Liste hilft beim vierten Kriterium des Tests, und sie hilft danach jeden Tag. Wir haben sie über Monate aus Texten gesammelt, die wir selbst geschrieben und dann verworfen haben. Was am Ende zählt: Wer diese 12 Muster aus einem Entwurf streicht, hat in 5 Minuten aus einem Maschinentext einen lesbaren gemacht, ohne ein Wort neu zu formulieren.
Die wichtigste Erkenntnis aus dem Test
Der Unterschied zwischen den drei Werkzeugen ist kleiner als der Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Auftrag, und das ist die eine Sache, die wir nach jedem Durchgang wieder gesehen haben. In Punkten aus unserem Bewertungsbogen: Zwischen dem besten und dem schwächsten Werkzeug liegen bei gleichem Auftrag 1 bis 2 Punkte. Zwischen einem hingeworfenen und einem ordentlichen Auftrag liegen im selben Werkzeug 4 bis 5 Punkte.
Das heißt: Wer sein Werkzeug wechselt, weil die Texte nicht gut sind, verschiebt ein Problem. Wer 10 Minuten in seinen Auftrag steckt, löst es. Die Reihenfolge ist also erst der Auftrag, dann die Vorlage, dann die Frage nach dem Anbieter. Die meisten machen es umgekehrt und suchen wochenlang das richtige Werkzeug.
Wir haben diese Reihenfolge auf die harte Art gelernt. Als 2026 die 4 Blog-Systeme für danielwltr.com, doktorleads.de, ponkrashov.de und conversionkartell.de entstanden sind und über 80 SEO-Artikel dafür geschrieben wurden, lagen die ersten Entwürfe daneben, und zwar durchgehend. Nicht weil das Werkzeug schwach war. Die Anweisung hatte 3 Zeilen und der Artikel sollte 2.500 Wörter haben. Heute steht vor jedem Artikel eine Schreib-Anleitung mit Regeln zur Länge, zur Reihenfolge, zu den Quellen und zu den verbotenen Wörtern. Dieselben Modelle liefern damit Texte, die wir nach einem Durchgang einspielen.
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Ein Werkzeugwechsel bringt auf unserem Bewertungsbogen also rund 2 Punkte, ein besserer Auftrag rund 5. Wer knapp bei Zeit ist, steckt die Zeit in den Auftrag.
Wie derselbe Auftrag einmal schlecht und einmal gut aussieht
Der Unterschied zwischen einem schlechten und einem guten Auftrag liegt nicht in der Länge, er liegt darin, wie viele Entscheidungen du selbst getroffen hast. Hier dasselbe Thema zweimal, damit du den Abstand siehst.
Der schlechte Auftrag:
Schreib mir einen LinkedIn-Post über KI im Unternehmen.
Was dabei herauskommt, kannst du dir denken, und alle drei Werkzeuge kommen zu etwas Ähnlichem: ein Einstieg über die Geschwindigkeit der Entwicklung, drei Absätze mit allgemeinen Aussagen, eine Frage am Ende, 5 Hashtags. Auf unserem Bogen sind das 3 bis 4 Punkte. Der Text hat keinen Fehler und keinen Absender. Du hast im Auftrag keine einzige Entscheidung getroffen, also hat das Werkzeug alle getroffen.
Derselbe Auftrag, gut:
Ich bin Steuerberater mit 4 Angestellten in einer Kleinstadt. Schreib einen LinkedIn-Post über die eine Aufgabe, die wir seit Juli an eine KI abgegeben haben: das Sortieren der Belege, die Mandanten uns per Mail schicken. Vorher hat das eine Mitarbeiterin 6 Stunden pro Woche gemacht, jetzt sind es 90 Minuten Kontrolle. Die Mitarbeiterin macht mit der freien Zeit die Jahresabschlüsse für kleine Vereine, das war vorher immer der Rückstand. Schreib in der Ich-Form, maximal 150 Wörter, keine Hashtags, keine Frage am Ende. Der erste Satz nennt die 6 Stunden. Unten stehen 5 Posts von mir. Übernimm daraus Satzlänge und Absatzlänge. Verwende keine dieser Wörter: Digitalisierung, Prozess, effizient, Zukunft.
Dieser Auftrag ist 8 Sätze lang und braucht 4 Minuten. Er nennt die Lage, die Aufgabe, zwei Zahlen, die Folge für einen echten Menschen, die Form, die Länge, den ersten Satz, die Vorlage und 4 verbotene Wörter. Was alle drei Werkzeuge damit abliefern, liegt auf unserem Bogen bei 7 bis 9 Punkten, und der Unterschied zwischen ihnen ist so klein, dass du ihn ohne den Bogen nicht benennen kannst.
Die Rechnung ist damit einfach: 4 Minuten Auftrag ersparen dir 20 Minuten Umschreiben. Der schlechte Auftrag kostet 10 Sekunden und danach eine halbe Stunde. Wir haben lange gebraucht, um das in dieser Reihenfolge zu sehen, und es gilt bei allen drei Anbietern gleich.
Ein Hinweis noch, weil er oft untergeht: Der gute Auftrag enthält 4 verbotene Wörter, und das ist der wirksamste einzelne Satz im ganzen Auftrag. Eine Sperrliste von 4 Wörtern verhindert mehr Standardsprache als drei Absätze Erklärung darüber, wie du klingen willst.
Wie viele eigene Texte du als Vorlage brauchst
Als Vorlage reichen 5 bis 8 eigene Texte derselben Sorte. Mehr macht das Ergebnis nicht besser, es macht es unschärfer. Das ist die Zahl, bei der wir nach mehreren Durchgängen gelandet sind, und sie gilt für Mails genauso wie für Posts und Angebotstexte.
Warum nicht mehr: Je mehr Texte du einwirfst, desto mehr Durchschnitt entsteht. Bei 20 Texten aus 3 Jahren liegen Texte darin, die du heute anders schreiben würdest. Das Werkzeug kann nicht erkennen, welche davon deine gute Woche waren. Es mischt alles zu einem Mittelwert, und der Mittelwert ist immer blasser als dein bester Text.
Welche Texte taugen: die, die du selbst gut findest und bei denen du weißt, warum. Ein Text, auf den jemand geantwortet hat. Eine Mail, nach der der Auftrag kam. Ein Post, der Kommentare von echten Leuten bekommen hat und nicht nur Likes. Wenn du bei einem Text zögerst, lass ihn weg.
Welche Texte du weglässt: alles, was schon mit einer KI entstanden ist. Das ist der häufigste Fehler und der, der am längsten unentdeckt bleibt. Wer einen KI-Entwurf leicht überarbeitet und als Vorlage einreicht, lehrt dem Werkzeug seine eigenen Floskeln zurück. Nach zwei Runden klingen alle Texte gleich, und niemand weiß, warum.
Ebenfalls weglassen: Texte aus einer anderen Textsorte. Eine Vorlage aus 3 Mails, 2 Posts und einem Angebotstext ergibt eine Vorlage für nichts. Die Satzlänge in einer Mail ist eine andere als in einem Post, die Anrede ist anders, der Abschluss ist anders. Für jede Textsorte eine eigene Vorlage, auch wenn das erst nach doppelter Arbeit klingt. Es ist die Arbeit, die den Unterschied macht.
Ein praktischer Zwischenschritt, der bei uns gut funktioniert: Zu jedem Text in der Vorlage schreibst du einen Satz dazu, warum er gut ist. "Diese Mail war kurz und hat am nächsten Tag eine Antwort bekommen." Das sind 8 Sätze zusätzlich und es hilft allen drei Werkzeugen sichtbar, weil sie dann nicht raten müssen, was du an den Texten schätzt.
| Vorlage | Was passiert |
|---|---|
| 1 bis 2 Texte | Das Werkzeug kopiert Formulierungen wörtlich statt die Schreibweise zu übernehmen |
| 5 bis 8 Texte derselben Sorte | Satzlänge, Anrede und Abschluss stimmen, eigene Formulierungen bleiben erhalten |
| 20 und mehr Texte | Das Ergebnis ist ein Durchschnitt und blasser als dein bester Text |
| Gemischte Textsorten | Anrede und Satzlänge passen zu keiner der Sorten |
| Texte, die selbst mit KI entstanden sind | Die Floskeln kommen zurück und niemand sieht mehr, woher |
Die Tabelle sagt in Kurzform: 5 bis 8 eigene Texte aus einer Sorte sind der richtige Umfang, weniger führt zum Abschreiben, mehr zum Durchschnitt.
Wie du die Vorlage an das Werkzeug übergibst
Es gibt drei Wege, deine Vorlage zu übergeben, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wie oft du es tun musst. Der Unterschied zwischen den Anbietern liegt genau hier und nicht in der Textqualität.
Weg 1: in den Chat einfügen. Du kopierst die 5 bis 8 Texte unter deinen Auftrag, alles in eine Nachricht. Das funktioniert bei allen drei Anbietern und in jedem kostenlosen Plan. Für den Test ist das der richtige Weg, weil alle drei damit gleich behandelt werden. Für den Alltag ist es zu viel Arbeit, weil du es jedes Mal wiederholst.
Weg 2: eine Datei hochladen. Du legst die Vorlage als eine Textdatei ab und hängst sie an. Bei Claude geht das ab dem kostenlosen Plan, bei ChatGPT ab Go für 7,99 Euro im Monat, bei Gemini im kostenlosen Plan. Das spart das Kopieren und du hast eine Datei, die du pflegst statt fünf Textschnipsel in einem Notizprogramm.
Weg 3: ein Projekt anlegen. Du legst einen Bereich an, in dem deine Vorlage und deine Regeln dauerhaft liegen und bei jeder Anfrage mitgelesen werden. Bei Claude heißt das Projekte, bei ChatGPT auch, bei Gemini arbeitet man mit Gems. Das ist der Weg für alles, was sich wiederholt. Du legst ihn einmal an und schreibst danach nur noch die Aufgabe hin.
Für den Alltag ist Weg 3 der einzige, der auf Dauer hält. Wir arbeiten beide täglich in Claude Code und Claude Cowork, und alles, was sich bei uns wiederholt, liegt als Projekt oder als Skill ab: von der Schreib-Anleitung für die Artikel bis zum Tages-Log am Abend. Daniels Wissens-System ist ein Obsidian-Vault mit über 60 eigenen Skills, entstanden mit Claude, darunter einer, der genau die Floskeln aus dem Abschnitt oben aus einem Text herausholt.
Wie Projekte, Memory und dauerhafter Kontext bei Claude zusammenspielen und was der Unterschied zwischen festen Regeln und wachsendem Kontext ist, steht im Artikel über Claude Memory und Projekte. Die Reihenfolge, die Sascha bei oh.my.Claude zeigt, ist dabei immer dieselbe: erst Cowork, dann die Projekte ordentlich, dann Claude Code.
Ein Hinweis zum Datenschutz, weil die Frage bei Vorlagen immer kommt: In deiner Vorlage stehen Kundennamen, Summen und Gesprächsinhalte. Bei Claude in den Plänen Free, Pro und Max nutzt Anthropic Chats nur dann zum Training, wenn der Schalter "Model Improvement" in den Einstellungen aktiv ist, und der lässt sich abschalten. Bei Team und Enterprise gelten die Commercial Terms mit keinem Training auf Kundendaten als Standard und einem Auftragsverarbeitungsvertrag. Quelle privacy.claude.com, Stand 16. März 2026, abgerufen am 25. September 2026. Anonymisiere deine Vorlage trotzdem, wenn echte Namen darin stehen. Es kostet 5 Minuten.
Was die drei Werkzeuge für den Test kosten
Der Test selbst kostet dich nichts, weil die kostenlosen Pläne aller drei Anbieter für 3 Runden reichen. Erst danach stellt sich die Frage nach einem Abo, und dann hast du eine Zahl auf dem Papier, mit der du entscheidest.
| Anbieter | Kostenlos | Der Plan für Einzelne |
|---|---|---|
| Claude | Sonnet und Haiku, für Alltagsfragen | Pro: 20 Dollar im Monat ohne Steuer, 17 Dollar bei Jahreszahlung |
| ChatGPT | GPT-5.5 Instant, etwa 10 Nachrichten pro 5 Stunden | Go: 7,99 Euro. Plus: 22,99 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer |
| Gemini | Gemini 3.6 Flash, begrenzt 3.1 Pro, 15 GB Speicher | AI Plus: 4,99 Euro. AI Pro: 21,99 Euro im Monat |
Stand: 25. September 2026. Bei Claude stehen die Preise in Dollar ohne Steuer, der Euro-Betrag mit Mehrwertsteuer erscheint erst im Checkout. Preise in Apps können wegen des Store-Aufschlags abweichen.
Für den Test reicht kostenlos, weil du 9 Texte brauchst und keine langen Unterhaltungen. Beim kostenlosen ChatGPT-Plan mit etwa 10 Nachrichten pro 5 Stunden wird es knapp, wenn du alles an einem Nachmittag machen willst. Verteil die drei Runden auf zwei Tage oder fang mit ChatGPT an, solange das Fenster frisch ist.
Was die Limits im Alltag bedeuten, ist eine andere Frage als die nach dem Preis. Bei Claude setzt sich das Sitzungs-Limit alle 5 Stunden zurück, dazu kommt ein wöchentliches Limit über alle Modelle. Was den Verbrauch hochtreibt: lange Unterhaltungen, Web-Suche, große Projekt-Dateien und das jeweils stärkste Modell. Konkrete Nachrichten-Zahlen pro Fenster nennt Anthropic nicht, deshalb steht hier keine.
Wer nach dem Test bei zwei Anbietern auf derselben Punktzahl landet, entscheidet über die Umgebung und nicht über die Texte. Läuft dein Unternehmen in Google Workspace, hat Gemini den kürzeren Weg zu deinen Mails und Dokumenten. Liegt deine Arbeit in Ordnern und Dateien und wiederholt sich jede Woche, kommst du mit Claude weiter. Der ausführliche Vergleich der beiden meistgenutzten steht in Claude oder ChatGPT, die Übersicht über alle Anbieter im Pillar welche KI für dich passt.
Was du nach dem Test mit dem Ergebnis machst
Nach dem Test hast du 9 Punktzahlen, und daraus folgen drei Entscheidungen, die du am besten gleich triffst, solange die Texte noch vor dir liegen. Wer den Test macht und danach nichts festlegt, macht ihn in 4 Wochen nochmal.
Erste Entscheidung: ein Anbieter für diese Textsorte. Nimm den mit der höchsten Punktzahl in Runde 3. Bei Gleichstand nimm den, dessen Umgebung zu deiner Arbeit passt. Lege dich fest und wechsel für die nächsten 3 Monate nicht. Zwei Anbieter parallel für dieselbe Aufgabe heißt zwei Vorlagen pflegen, und nach kurzer Zeit ist in beiden die halbe Wahrheit.
Zweite Entscheidung: der Auftrag wird ein Projekt. Der Auftrag aus Runde 3, der die besten Punkte gebracht hat, ist ab jetzt keine Chat-Nachricht mehr. Er zieht in ein Projekt, zusammen mit der Vorlage und der Sperrliste. Ab dann schreibst du nur noch die Aufgabe hin, 2 Sätze, und bekommst dasselbe Ergebnis wie in Runde 3.
Dritte Entscheidung: die Sperrliste wächst mit. Jedes Wort, das dir beim vierten Kriterium aufgefallen ist, kommt in die Liste. Bei uns sind aus 4 verbotenen Wörtern über die Monate mehrere Dutzend geworden, und sie stehen in einer Datei, die bei jedem Text mitgelesen wird. Dazu läuft das Prüfskript mit den 17 Mustern, bevor ein Artikel eingespielt wird. Ein Treffer heißt: noch nicht fertig.
Und dann der Teil, der oft fehlt: Wiederhol den Test, wenn ein Modell wechselt. Das passiert alle paar Monate, ohne dass du gefragt wirst. Ein Termin im Kalender alle 3 Monate mit einer Runde 3 pro Anbieter kostet 15 Minuten und ist der ganze Aufwand, um auf dem Stand zu bleiben.
Welche Fehler wir beim ersten Durchgang gemacht haben
Wir haben beim ersten Durchgang drei Fehler gemacht, die den Test unbrauchbar gemacht haben, und alle drei kommen aus dem Wunsch, schneller fertig zu werden. Sie stehen hier, damit du sie überspringst.
Erster Fehler: den Auftrag zwischendurch verbessert. Beim zweiten Werkzeug fällt dir auf, dass ein Satz im Auftrag unklar ist. Du schreibst ihn um. Damit hat Werkzeug 2 einen besseren Auftrag als Werkzeug 1, und die Punktzahl sagt nichts mehr. Wenn dir mitten im Durchgang etwas auffällt, notier es und fang die Runde neu an. Alle drei oder keins.
Zweiter Fehler: aus dem Gedächtnis bewertet. Wir haben die ersten 6 Texte gelesen und gedacht, wir merken uns schon, welcher besser war. Nach dem sechsten Text wusste keiner mehr, ob Text 2 oder Text 5 die Summe falsch hatte. Schreib die Punkte hin, während du liest, nicht danach.
Dritter Fehler: eine Vorlage aus KI-Texten. Unsere erste Vorlage bestand aus Newsletter-Ausgaben, von denen zwei mit einem KI-Entwurf angefangen hatten und danach leicht überarbeitet worden waren. Das Ergebnis war bei allen drei Werkzeugen glatter und leerer als unsere echten Texte, und wir haben eine Woche gebraucht, um zu sehen, woran es lag. Prüf jede Vorlage auf diese Frage: Hat ein Mensch diesen Text von der ersten Zeile an selbst geschrieben?
Ein vierter Punkt ist kein Fehler. Es ist eine Erwartung, die man loswerden muss: Runde 1 ohne Vorlage ist bei allen drei Werkzeugen enttäuschend, und das ist richtig so. Runde 1 ist die Vergleichslinie, an der du siehst, was die Vorlage bringt. Wer nach Runde 1 abbricht, weil alle drei Texte schlecht sind, hat nur den Anfang des Tests gemacht.
Fazit
Es gibt keine beste KI für Texte, es gibt nur die beste für deine Textsorte, deine Vorlagen und deinen Auftrag. Der Test aus diesem Artikel beantwortet das in 45 Minuten mit deinen eigenen Texten und kostet nichts, weil die kostenlosen Pläne dafür reichen. Was dabei fast immer herauskommt: Die drei großen Anbieter liegen bei gleicher Anweisung 1 bis 2 Punkte auseinander, ein besserer Auftrag bringt 4 bis 5. Wer also die Suche nach dem richtigen Werkzeug abbricht und die Zeit in Auftrag und Vorlage steckt, hat nach einem Nachmittag einen Text, den er ohne Nacharbeit abschickt.
Häufige Fragen
Welche KI schreibt die besten deutschen Texte?
Claude, ChatGPT und Gemini schreiben im Deutschen alle drei fehlerfreies, natürliches Deutsch. Der Unterschied liegt darin, wie gut ein Werkzeug deine eigene Schreibweise übernimmt, und das hängt an deinen Vorlagen und an deinem Auftrag. In unseren Durchgängen lagen die drei bei gleichem Auftrag 1 bis 2 von 10 Punkten auseinander, ein besserer Auftrag brachte 4 bis 5 Punkte. Mach den Test aus diesem Artikel mit 5 eigenen Texten, dann hast du deine Antwort in 45 Minuten.
Ist ChatGPT oder Claude besser für Texte?
Für Texte mit eigenem Kontext, die sich jede Woche wiederholen, kommen wir mit Claude weiter, weil Projekte, Cowork und Skills die Vorlagen dauerhaft halten. Für Recherche mit Quellen, Sprache und Bilder in einem Fenster ist ChatGPT im Vorteil. Claude Pro kostet 20 Dollar im Monat ohne Steuer, ChatGPT Plus 22,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Stand: 25. September 2026. Der ganze Vergleich steht im Artikel Claude oder ChatGPT.
Kann man KI-Texte erkennen?
Ja, an einer überschaubaren Liste von Formulierungen. Die häufigsten im Deutschen sind Ankündigungen statt Aussagen, kurze Sätze mit Doppelpunkt am Absatzanfang, die Verneinungs-Formel, Dreier-Reihungen, abstrakte Nomen wie Sichtbarkeit oder Potenzial, lange Gedankenstriche und geschweifte Anführungszeichen. Wir lassen jeden Artikel vor dem Einspielen durch ein Prüfskript mit 17 solcher Muster laufen. Die vollständige Liste steht im Abschnitt über die Floskeln in diesem Artikel.
Wie bringe ich der KI meinen Schreibstil bei?
Mit 5 bis 8 eigenen Texten derselben Sorte als Vorlage plus einer Sperrliste mit Wörtern, die nicht vorkommen dürfen. Die Vorlage legst du in ein Projekt, damit sie bei jeder Anfrage mitgelesen wird, statt sie jedes Mal neu einzufügen. Schreib zu jedem Text einen Satz dazu, warum du ihn gut findest. Nimm keine Texte, die selbst mit einer KI entstanden sind, weil sonst die Floskeln zurückkommen.
Wie viele eigene Texte braucht die KI als Vorlage?
5 bis 8 Texte derselben Textsorte reichen. Bei 1 bis 2 Texten kopiert das Werkzeug ganze Formulierungen, bei 20 und mehr entsteht ein Durchschnitt, der blasser ist als dein bester Text. Mische keine Textsorten: Mails, Posts und Angebotstexte brauchen je eine eigene Vorlage, weil Anrede, Satzlänge und Abschluss unterschiedlich sind.
Was kostet eine KI für Texte?
Für den Test nichts, die kostenlosen Pläne von Claude, ChatGPT und Gemini reichen für 3 Runden. Danach kostet Claude Pro 20 Dollar im Monat ohne Steuer oder 17 Dollar bei Jahreszahlung, ChatGPT Go 7,99 Euro und Plus 22,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer, Google AI Plus 4,99 Euro und AI Pro 21,99 Euro. Stand: 25. September 2026. Der Euro-Betrag bei Claude steht mit Mehrwertsteuer erst im Checkout.
Darf ich KI-Texte unter meinem Namen veröffentlichen?
Aus unserer Praxis: Wir prüfen jeden Text auf Fakten, streichen die Floskeln und lesen ihn einmal laut, bevor er raus geht. Alles, was Zahlen, Daten oder Namen enthält, wird gegen die Quelle geprüft, weil alle drei Werkzeuge Angaben erfinden, die im Auftrag nicht standen. Das hier ist unsere Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Was für deine Branche und deine Plattform gilt, klärst du mit deinem Anwalt.
Muss ich meine Kundendaten in die Vorlage schreiben?
Nein, und wir raten davon ab. Anonymisiere Namen, Firmen und Summen in deiner Vorlage, die Schreibweise bleibt dabei erhalten. Bei Claude in den Plänen Free, Pro und Max nutzt Anthropic Chats nur zum Training, wenn der Schalter Model Improvement aktiv ist, und der lässt sich abschalten. Bei Team und Enterprise ist kein Training auf Kundendaten der Standard, mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Quelle privacy.claude.com, Stand 16. März 2026.
Was wir jede Woche über unsere Texte lernen
Die Sperrliste aus diesem Artikel ist bei uns über Monate von 4 Wörtern auf mehrere Dutzend gewachsen, und jedes neue Wort kommt aus einem Text, den wir verworfen haben. Was diese Woche dazugekommen ist, welcher Auftrag gerade gut funktioniert und was mit dem neuen Modell nicht mehr geht, steht jede Woche im Newsletter, der nach dem LinkedIn-Start in 3 Wochen auf knapp 1.000 Abonnenten gewachsen ist.
Weniger selber machen.
Fertige KI-Systeme, jede Woche neue, plus Unternehmer die damit arbeiten. Schau dir an, was drin ist.
Weniger selber machen →Führt mit Daniel Walter mehrere Unternehmen ohne zusätzliches Team. Baut die Agenten und Workflows, die die Community nutzt, und schreibt hier auf, was davon im Alltag hält.


